Sicherungsautomaten für DIN VDE-Anwendungen

Begriffsdefinitionen nach Normen für Leitungsschutzschalter


Bemessungs-Betriebskurzschlussausschaltvermögen Ics

Das Bemessungs-Betriebskurzschlussausschaltvermögen eines Leitungsschutzschalter ist der vom Hersteller für die zugehörige Bemessungsbetriebsspannung zugeordnete Wert des Betriebskurzschlussausschaltvermögens. Es wird durch den unbeeinflussten Ausschaltstrom in kA ausgedrückt, der einem festgelegten prozentualen Anteil vom Bemessungs-Grenzkurzschlussausschaltvermögen entspricht und auf die nächste ganze Zahl aufgerundet wird. Er darf auch als % von Icu ausgedrückt werden (z. B. Ics = 25 % Icu).
Die zugehörige Schaltfolge für den Nachweis ist: O – t – CO – t – CO.*

* Die folgenden Symbole werden zur Bezeichnung der Schaltfolgen benutzt: O bedeutet eine Ausschaltung. CO bedeutet eine Einschaltung, gefolgt von einer Ausschaltung. t bedeutet die Zeitspanne zwischen zwei aufeinander folgenden Kurzschlussschaltungen.

Bemessungsbetriebsspannung (Ue)

Die Bemessungsbetriebsspannung eines Geräts ist die Spannung, die zusammen mit dem Bemessungsbetriebsstrom die Anwendung des Geräts bestimmt und auf die sich die verschiedenen Prüfungen und die Gebrauchskategorien beziehen. Bei einpoligen Geräten ist die Bemessungsbetriebsspannung im Allgemeinen die Spannung über den Pol. Bei mehrpoligen Geräten wird sie im Allgemeinen als verkettete Spannung angegeben. Ein Gerät darf mehrere Bemessungsbetriebsspannungen und dementsprechende Einschalt- und Ausschaltvermögen für unterschiedliche Betriebsarten und Gebrauchskategorien haben.

Max. betriebsfrequente wiederkehrende Spannung (Umax)

Spannung an den Anschlüssen/Klemmen eines Poles eines Schaltgeräts unmittelbar nach dem Ausschalten des Stroms. Bei allen Prüfungen des Ausschaltvermögens und des Kurzschlussausschaltvermögens muss die betriebsfrequente wiederkehrende Spannung 105 % der Bemessungsbetriebsspannung betragen. Dieser Wert muss innerhalb der genannten Grenzabweichung (Spannung 0 / + 5%) liegen.

ANMERKUNG: Es wird angenommen, dass die betriebsfrequente wiederkehrende Spannung vom 1,05fachen der Bemessungsbetriebsspannung einschließlich der Grenzabweichung der Prüfspannung, also resultierend in einer höchsten Spannung vom 1,1fachen der Bemessungsspannung, die Auswirkungen der Schwankungen der Netzspannung abdeckt.

UL 489

“The requirements of this standard cover molded-case circuit breakers, circuit breaker and ground-fault circuit-interrupters, fused circuit breakers, and accessory high-fault protectors. These circuit breakers are specifically intended to provide service entrance, feeder, and branch circuit protection in accordance with the National Installation Codes in Annex B, Ref. No.1. This standard also covers instantaneous-trip circuit breakers (circuit interrupters) specifically intended for use as part of a combination motor controller in accordance with the National Installation Codes in Annex B, Ref. No. 1.”

Übersetzung des Originalstextes aus der Norm:

Diese Norm gilt für Kompaktleistungsschalter, Leistungsschalter, Fehlerstromschutzschalter, Leistungsschalter mit Sicherung und Strombegrenzer. Diese Leistungsschalter können als Abgangsschutz (Branch Circuit Protection Device) in Übereinstimmung mit dem National Installation Codes, Annex B, Ref. No. 1 eingesetzt werden. Diese Norm gilt auch für Leistungsschalter mit Sofortauslösung (circuit interrupters) als Teil einer kombinierten Motorstarterkombination in Übereinstimmung mit dem National Installation Code, Annex B, Ref. No. 1. 

UL1077

“These requirements apply to supplementary protectors intended for use as overcurrent, or over- or under-voltage protection within an appliance or other electrical equipment where branch circuit overcurrent protection is already provided, or is not required. Compliance with this standard is acceptable for use as a component of an end product.” Übersetzung des Originalstextes aus der Norm: Diese Norm gilt für Leitungsschutzschalter zum Schutz von elektrischen Installationen gegen Kurzschluss und Überlast oder Überund Unterspannung (Supplementary Protectors). Der Einsatz kann nach dem Abgangsschutz erfolgen oder wenn kein Abgangsschutz gefordert ist. Der Nachweis der Übereinstimmung mit dieser Norm erlaubt die Verwendung des Gerätes als Teil eines Endprodukts. 

Bemessungsisolationsspannung (Ui ) gemäß IEC/EN 60664-1, DIN EN 60664-1 (VDE 0110-1)

Stehspannung (Effektivwert), die vom Hersteller für ein Betriebsmittel oder einen Teil davon angegeben wird und die das festgelegte (langzeitige) Stehvermögen seiner zugehörigen Isolierung angibt.

ANMERKUNG: Die Bemessungsisolationsspannung ist nicht unbedingt gleich der Bemessungsspannung des Betriebsmittels, welche sich hauptsachlich auf Funktionsanforderungen bezieht.

IEC/EN 60898-1, DIN EN 60898-1 (VDE 0641-11)

Leitungsschutz-Schalter nach IEC/EN 60898-1 bzw. DIN EN 60898-1 (VDE 0641-11) sind zum Schutz von installierten elektrischen Leitungen in Gebäuden gegen Überströme und für ähnliche Anwendungen bestimmt; sie sind für die Benutzung durch Laien und für wartungslosen Einsatz vorgesehen. Dieser Teil der IEC/EN 60898 gilt für Wechselstrom-Leitungsschutzschalter für die Betätigung in Luft bei 50 Hz oder 60 Hz mit einer Bemessungsspannung nicht über 440 V (zwischen Außenleitern), einem Bemessungsstrom nicht über 125 A und einem Bemessungsschaltvermögen nicht über 25 000 A. Er stimmt, soweit möglich, mit den Anforderungen nach IEC/EN 60947-2 bzw. DIN EN 60947-2 (VDE 0660-101) überein.

Bemessungsschaltvermögen (Icn)

Das Bemessungsschaltvermögen ist der Wert des Grenz-Kurzschlussschaltvermögens, der für diesen LS-Schalter vom Hersteller angegeben ist.
Die zugehörige Schaltfolge für den Nachweis ist: O – t – CO.*

* Die folgenden Symbole werden zur Bezeichnung der Schaltfolgen benutzt: O bedeutet eine Ausschaltung. CO bedeutet eine Einschaltung, gefolgt von einer Ausschaltung. t bedeutet die Zeitspanne zwischen zwei aufeinander folgenden Kurzschlussschaltungen.

Betriebsschaltvermögen (Ics)

Ein LS-Schalter mit einem gegebenen Bemessungsschaltvermögen besitzt ein diesem zugeordnetes festgelegtes Betriebsschaltvermögen (Ics). Dieses wird deshalb i.a. nicht angegeben.

Bemessungsspannung (Un)

Vom Hersteller bestimmter Spannungswert, auf den sich die Leistung (insbesondere das Bemessungsschaltvermögen) des Leitungsschutzschalters bezieht. Für einen Leitungsschutzschalter dürfen mehrere Bemessungsspannungen und zugehörige Bemessungsschaltvermögenswerte angegeben werden.

Max. betriebsfrequente wiederkehrende Spannung (Umax)

Spannung, die an den Klemmen eines Poles eines Leitungsschutzschalters nach dem Ausschalten des Stromes auftritt. Der Wert der betriebsfrequenten wiederkehrenden Spannung muss gleich einem Wert entsprechend 110 % der Bemessungsspannung des zu prüfenden Leitungsschutzschalters sein.

IEC/EN 60947-2, DIN EN 60947-2 (VDE 0660-101)

Dieser Teil der IEC/EN 60947 bzw. DIN EN 60947 (VDE 0660) gilt für Leistungsschalter, deren Hauptstromkreise zum Anschluss an Stromkreise mit Bemessungsspannungen bis 1.000 V Wechselspannung oder 1.500 V Gleichspannung vorgesehen sind. Er gilt unabhängig von den Bemessungsströmen, der Bauart und den voraussichtlichen Anwendungen der Leistungsschalter. Leistungsschalter sind für die Benutzung durch unterwiesene Personen ausgelegt.

Bemessungs-Grenzkurzschlussausschaltvermögen Icu

Das Bemessungs-Grenzkurzschlussausschaltvermögen eines Leistungsschalters ist der vom Hersteller für die zugehörige Bemessungsbetriebsspannung zugeordnete Wert des Grenzkurzschlussausschaltvermögens. Es wird durch den unbeeinflussten (prospektiven) Ausschaltstrom in kA ausgedrückt (bei Wechselspannung als Effektivwert der Wechselstromkomponente, auch bezeichnet als Ik = Dauerkurzschlussstrom).
Die zugehörige Schaltfolge für den Nachweis ist: O – t – CO.*

* Die folgenden Symbole werden zur Bezeichnung der Schaltfolgen benutzt: O bedeutet eine Ausschaltung. CO bedeutet eine Einschaltung, gefolgt von einer Ausschaltung. t bedeutet die Zeitspanne zwischen zwei aufeinander folgenden Kurzschlussschaltungen.
Select region / language