Konzernergebnis des 2. Quartals 2023: Wachstum des vergleichbaren Auftragseingangs von hoher Basis aus und rekordhohe operative EBITA-Marge

Konzernergebnis des 2. Quartals 2023: Wachstum des vergleichbaren Auftragseingangs von hoher Basis aus und rekordhohe operative EBITA-Marge

  • Auftragseingang -2% auf 8667 Millionen US-Dollar, auf vergleichbarer Basis1 +2%
  • Umsatz +13% auf 8163 Millionen US-Dollar, auf vergleichbarer Basis +17%
  • Ergebnis der Geschäftstätigkeit 1298 Millionen US-Dollar, Marge bei 15,9%
  • Operatives EBITAvon 1425 Millionen US-Dollar, Marge1 bei 17,5%
  • Unverwässerter Gewinn je Aktie 0,49 US-Dollar, +145%2
  • Cashflow aus Geschäftstätigkeit4 760 Millionen US-Dollar
center

​​Zusammenfassung des CEO

«Um das Ergebnis des zweiten Quartals zusammenzufassen, möchte ich zunächst das vergleichbare Auftragswachstum von 2 Prozent gegenüber der hohen Vorjahresbasis und das positive Book-to-Bill-Verhältnis hervorheben. Die Kundenaktivitäten blieben erfreulicherweise das gesamte Quartal hindurch robust. Zweitens haben wir ein kräftiges Umsatzplus von 13 Prozent (17 Prozent auf vergleichbarer Basis) erzielt, gestützt auf die Abwicklung des Auftragsbestands. Drittens hat ABB sowohl mit dem operativen EBITA von 1,4 Milliarden US-Dollar als auch der operativen EBITA-Marge Rekordwerte erreicht.

«Das positive Book-to-Bill-Verhältnis sowie Rekordmarken bei operativem EBITA und EBITA-Marge geben uns Zuversicht für die Performance von ABB im Gesamtjahr 2023 und erlauben es uns, unsere Margenerwartungen zu schärfen.» Björn Rosengren, CEO

Letztere verbesserte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 200 Basispunkte auf 17,5 Prozent, wobei alle vier Geschäftsbereiche die 15-Prozent-Marke überschritten haben. Treiber hierfür war der starke Preisbeitrag, mit dem höhere Arbeitskosten und auch geringfügig gestiegene Rohstoffkosten mehr als ausgeglichen werden konnten. Der operative Hebeleffekt höherer Produktionsmengen wirkte sich ebenfalls positiv aus. Abschliessend sei auf den soliden Cashflow aus Geschäftstätigkeit von 760 Millionen US-Dollar hingewiesen. Parallel dazu haben wir unser Portfolio weiter optimiert und führende neue Technologien auf den Markt gebracht, die unseren Kunden bei der nachhaltigeren und ressourceneffizienteren Gestaltung ihrer Betriebe helfen. Insgesamt ist das Quartal aus meiner Sicht ein weiteres Indiz dafür, dass wir die operative Performance von ABB auf einem höherem Niveau etablieren.

Die stärkste Auftragsdynamik herrschte im System- und Projektgeschäft, hauptsächlich getrieben durch das Mittelspannungssegment und die Prozessindustrie. Dadurch konnte die gegenüber dem hohen Vorjahresniveau verzeichnete Abschwächung im kurzzyklischen Geschäft, die hauptsächlich das Wohnbausegment und die Fertigungsindustrie betraf, kompensiert werden. Dort normalisiert sich das Bestellverhalten von Kunden angesichts sich verkürzender Lieferzeiten. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag insgesamt bei 1,06 und wurde von drei der vier Geschäftsbereiche vorangetrieben. Ausserdem stieg der Auftragsbestand weiter an.

Es freut mich sehr, dass unser Cashflow aus Geschäftstätigkeit gegenüber der Vergleichsperiode um 378 Millionen US-Dollar zugelegt hat. Ich gehe davon aus, dass wir die Cash-Conversion von nun an verbessern werden. In den ersten sechs Monaten haben wir einen Cashflow aus Geschäftstätigkeit von etwas mehr als 1 Milliarde US-Dollar generiert. Das verschafft uns eine gute Ausgangsposition für eine gute Cashflow-Performance, die ich in diesem Jahr erwarte.

Wie breits früher in diesem Quartal bekannt gegeben, kam es bei ABB im Berichtsquartal zu einem IT-Sicherheitsvorfall. Ich bin unseren Teams sehr dankbar für die Bewältigung dieser Herausforderung und die Eindämmung des Vorfalls, der im Berichtsquartal daher keine materiellen finanziellen Folgen hatte.

Kurz nach Ende des zweiten Quartals haben wir den Verkauf der Division Power Conversion für rund 500 Millionen US-Dollar erfolgreich abgeschlossen. Wir gehen davon aus, im dritten Quartal 2023 einen nicht-operativen Buchgewinn von schätzungsweise 50 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf im Ergebnis der Geschäftstätigkeit auszuweisen. Mit dieser Transaktion haben wir alle Ende 2020 angekündigten Veräusserungen von Divisionen abgeschlossen. Gleichwohl prüfen wir fortlaufend die Produktgruppen in allen Divisionen, um das Portfolio weiter zu optimieren.

Die kleine Akquisition von Eve Systems ist ein weiteres Beispiel für unsere Portfoliomassnahmen, diesmal in der Division Smart Buildings des Geschäftsbereichs Elektrifizierung. Mit seinen rund 50 Mitarbeitenden erwirtschaftete Eve im Jahr 2022 einen Umsatz von rund 20 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen gehört zu den Pionieren des neuen Kommunikationsprotokolls «Matter», das Smart-Home-Produkten – unabhängig von Hersteller und Betriebssystem – volle Interoperabilität ermöglicht. Hierfür kommt der Funkstandard «Thread» für nutzerorientierte Produkte für die Gebäudesanierung zum Einsatz.

Ich freue mich, dass der Geschäftsbereich Prozessautomation sein neues revolutionäres Antriebskonzept ABB Dynafin präsentiert hat, das zunächst vor allem auf kleine bis mittelgrosse Schiffe abzielt und den marktführenden Azipod-Antrieb für grössere Schiffe ergänzt. Dieses branchenweit erste elektrische Antriebskonzept imitiert die Bewegungen einer Walschwanzflosse zur Maximierung der Effizienz und Emissionsvermeidung und kann den Energieverbrauch gegenüber konventionellen Wellenantrieben um bis zu 22 Prozent verringern. Der erste Prototyp wird voraussichtlich 2025 zur Verfügung stehen.»

Ausblick

Für das dritte Quartal 2023 erwarten wir ein Wachstum des vergleichbaren Umsatzes im niedrigen zweistelligen Bereich und eine operative EBITA-Marge, die leicht über dem im dritten Quartal 2022 ausgewiesenen Wert von 16,6 Prozent liegt.

Im Gesamtjahr 2023 erwarten wir trotz der gegenwärtigen Unsicherheit am Markt ein Wachstum des vergleichbaren Umsatzes von mindestens 10 Prozent und eine operative EBITA-Marge von über 16 Prozent.

Auftragseingang und Umsatz

Der Auftragseingang gab gegenüber der Vorjahresperiode um 2 Prozent nach (Erhöhung um 2 Prozent auf vergleichbarer Basis), bedingt durch Wechselkurs- und Portfolioänderungen. Der vergleichbare Auftragseingang verbesserte sich gegenüber dem hohen Vorjahreswert.

Die stärkste Auftragsdynamik herrschte im System- und Projektgeschäft, das mit dem Mittelspannungsangebot für Kunden verbunden ist. Das kurzzyklische Geschäft schwächte sich gegenüber dem hohen Vorjahresniveau etwas ab. Gründe hierfür waren Bestandsanpassungen und die Normalisierung des Bestellverhaltens von Kunden in Erwartung sich weiter verkürzender Lieferzeiten. Zwei der vier Geschäftsbereiche meldeten einstellige Auftragszuwächse. Im Geschäftsbereich Prozessautomation ging der Auftragseingang infolge von Portfolioänderungen zurück.

Auch im Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation sanken die Aufträge gegenüber dem hohen Wert des Vorjahresquartals, das durch vorgezogene Bestellungen in einer Zeit erheblicher Komponentenknappheit begünstigt wurde. Auf dem amerikanischen Kontinent erhöhte sich der Auftragseingang um 5 Prozent (6 Prozent auf vergleichbarer Basis), gestützt auf ein mittleres einstelliges Wachstum in den USA. Portfolioänderungen beeinträchtigten die Entwicklung gegenüber dem Vorjahresquartal in Europa, wo bei einem Gesamtrückgang um 1 Prozent (Erhöhung um 1 Prozent auf vergleichbarer Basis) trotz rückläufiger Aufträge in wichtigen Ländern wie Deutschland und Italien ein geringes vergleichbares Wachstum erzielt wurde.

In der Region Asien, Naher Osten und Afrika sank der Auftragseingang um 10 Prozent (1 Prozent auf vergleichbarer Basis). Hier konnte die positive Entwicklung in Ländern wie Indien und Saudi-Arabien die Rückgänge in anderen Ländern wie China mit einem Minus von 15 Prozent (9 Prozent auf vergleichbarer Basis) nicht kompensieren. Das Automobilsegment blieb weitgehend stabil, während die allgemeine Industrie und die konsumnahen Robotiksegmente nachgaben. Im Transport- und Infrastruktursektor entwickelten sich das Schifffahrts- und Hafensegment sowie der Bereich erneuerbare Energien positiv.

Im Gebäudesegment verzeichneten alle drei Regionen eine schwache Nachfrage für Wohnbauten. Das Segment Gewerbebau zeigte sich in China und Deutschland schwach, während in den USA eine solide Nachfrage herrschte. Im auf die Prozessindustrie bezogenen Geschäft war die Nachfrage durchweg hoch. Besonders stark war sie im Bereich Öl & Gas, hielt sich aber auch in den Segmenten Häfen, Raffinerie, Petrochemie und den auf kohlenstoffarme Energietechnologien bezogenen Segmenten auf gutem Niveau. Der Umsatz stieg um 13 Prozent (17 Prozent auf vergleichbarer Basis) auf 8 163 Millionen US-Dollar. Er profitierte insbesondere von höheren Volumen aufgrund der Abwicklung des Auftragsbestands und dem robusten Preisbeitrag im mittleren einstelligen Bereich. Hierdurch konnten die negativen Auswirkungen von Wechselkurs- und Portfolioänderungen mehr als kompensiert werden. Gestützt auf das vergleichbare Wachstum in praktisch allen Divisionen, legte der Umsatz in allen Geschäftsbereichen zu.

Bruttogewinn

Der Bruttogewinn erhöhte sich deutlich um 26 Prozent (währungsbereinigt 28 Prozent) auf 2888 Millionen US-Dollar, getrieben durch eine erhebliche Verbesserung der Bruttogewinnmarge um 380 Basispunkte auf 35,4 Prozent. Die Bruttogewinnmarge legte in allen Geschäftsbereichen zu, wobei drei Geschäftsbereiche einen deutlichen Anstieg verzeichneten.

Ergebnis der Geschäftstätigkeit

Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit erreichte 1298 Millionen US-Dollar und hat sich gegenüber der Vorjahresperiode mehr als verdoppelt. Die zugehörige Marge belief sich auf 15,9 Prozent. Unterstützt wurde das Ergebnis hauptsächlich durch die verbesserte operative Performance und geringere nachteilige Effekte von zeitlichen Bewertungsdifferenzen bei Rohstoffen. Ein weiterer Treiber für das deutliche Plus gegenüber dem Vorjahr war die Tatsache, dass das Vorjahresquartal durch nicht-operative Positionen beeinträchtigt wurde, darunter Belastungen in Höhe von ungefähr 250 Millionen US-Dollar durch den Ausstieg aus einem Altprojekt und aus dem Russlandgeschäft.

Operatives EBITA

Das operative EBITA stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 25 Prozent (währungsbereinigt 26 Prozent) auf 1425 Millionen US-Dollar, die Marge erhöhte sich um 200 Basispunkte auf 17,5 Prozent. Ein wichtiger Treiber für die Ergebnisverbesserung war die positive Preisentwicklung in allen Geschäftsbereichen – dadurch konnten höhere Arbeitskosten und geringfügig gestiegene Rohstoffkosten mehr als ausgeglichen werden. Zusätzliche Unterstützung kam von höheren Produktionsmengen im Zuge der Abwicklung des Auftragsbestands. Die Vertriebs-, allgemeinen und Verwaltungskosten (SG&A) gingen im Verhältnis zum Umsatz von 18,2 Prozent im letzten Jahr auf 17,0 Prozent zurück. Das operative EBITA von Konzernaufwand und Sonstiges belief sich auf -143 Millionen US-Dollar, wovon sich -67 Millionen US-Dollar auf das E-mobility-Geschäft bezogen. Letzteres wurde beeinträchtigt durch Rückstellungen im Zusammenhang mit Lagerbeständen und Technologieinvestitionen, die mit der Rückkehr zu einer fokussierteren Produktstrategie zusammenhängen, um so eine dauerhafte Marktführerschaft sicherzustellen.

Links

Kontaktieren Sie uns

Downloads

Diesen Artikel teilen

Facebook LinkedIn X WhatsApp