Anthony Byatt External contributor
Als vor über 200 Jahren die ersten Elektromotoren aufkamen, dürften deren Konstrukteure kaum geahnt haben, wie sehr diese Erfindung die Welt verändern würde. Mittlerweile sind zig Milliarden Elektromotoren in allen nur denkbaren Bereichen im Einsatz. In der Industrie werden fast 70 Prozent der erzeugten elektrischen Energie zum Antrieb von Elektromotoren verwendet. Als „Arbeitspferde der Industrie“ treiben sie Pumpen, Gebläse, Kompressoren, Fördersysteme und verschiedenste Maschinen an, die eine Drehbewegung benötigen, um ihre Aufgabe zu erfüllen.
Doch mit einem Motor allein ist es nicht getan. Motoren müssen gesteuert werden, und das ist die Aufgabe eines elektrischen Antriebs. Dieser spielt eine zentrale Rolle bei der präzisen Regelung von Drehzahl, Drehrichtung und Drehmoment. Der Antrieb ist das Gehirn des Motorsystems: Er erhält Eingaben und übersetzt diese in Befehle für den Motor. Im Wesentlichen fungiert ein elektrischer Motorantrieb als Mittler zwischen Nutzereingaben, Sensordaten und dem Motor selbst und sorgt für eine effiziente und präzise Regelung in verschiedensten Anwendungen von Industriemaschinen über Haushaltsgeräte bis hin zu Elektrofahrzeugen.
Natürlich gibt es verschiedene Arten von Antrieben für unterschiedliche Anwendungen, zum Beispiel für Wechselstrom (AC), Gleichstrom (DC), Niederspannung oder Mittelspannung. ABB bietet all diese plus eine breite Palette von frequenz- und drehzahlgeregelten Antrieben (VFDs und VSDs). Die optimale Regelung der Drehzahl (bzw. des Drehmoments) eines Elektromotors ist eine ideale Möglichkeit, um Energie zu sparen und die Leistungsfähigkeit zu verbessern →01.

Weitere Antriebsarten sind Schrittmotorsteuerungen, Servomotorsteuerungen, Ein- oder Dreiphasen-Steuerungen und Sanftanlasser. Ein Sanftanlasser erhöht zum Beispiel allmählich die Versorgungsspannung zum Motor, um Einschaltströme zu reduzieren und die mechanische Belastung beim Anlaufen zu minimieren.
Alles in einem
Traditionell sind Motor und Antrieb zwei getrennte Elemente. Doch mittlerweile entscheiden sich immer mehr Nutzer für integrierte Motorantriebe (IMDs), die sich durch signifikante Kosten- und Leistungsvorteile gegenüber getrennten Systemen auszeichnen. Die Entwicklung von IMDs für leistungsstärkere Anwendungen ist zwar mit besonderen Herausforderungen hinsichtlich Wärmemanagement und elektromagnetischer Abstrahlung verbunden, doch ABB ist es gelungen, einen 7,5-kW-IMD mit hervorragenden Leistungseigenschaften zu entwickeln.
Die Wahl des richtigen elektrischen Antriebs ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie der Art des Motors, der erforderlichen Präzision, der Energieeffizienz und den spezifischen Anforderungen der jeweiligen Anwendung. Um eine möglichst große Vielseitigkeit für verschiedene Anwendungsfälle und Branchen zu gewährleisten, bieten Lieferanten wie ABB eine breite Palette von Antrieben an, die sich durch ihre einzigartigen Vorteile auszeichnen.
Mehr über den neuen IMD von ABB erfahren Sie im Artikel „Cool bleiben: leistungsstarke integrierte Motorantriebe mit optimierter Kühlung“ auf Seite 42–47 dieser Ausgabe.