Anette hat "aus Zufall" mitgemacht - Volunteergeschichten #25JahreGemeinsamStark

Anette hat "aus Zufall" mitgemacht - Volunteergeschichten #25JahreGemeinsamStark

Seit 25 Jahren ist ABB bereits Premium Partner von Special Olympics Deutschland. Mehr als 3600 Mitarbeitende haben in dieser Zeit bereits bei den nationalen Sommer- und Winterspielen unterstützt. Um diese Vielfalt und Erfahrungen sichtbar zu machen, wurden 25 Kolleginnen und Kollegen ihre Volunteergeschichten interviewt. Ganz zufällig war sie in Kiel zu Besuch und hatte dann für sich entschieden, dass sie auch dabei sein möchte: Anette Kaps

Wer bist du und was machst du beruflich bei ABB?

Ich bin Anette Kaps, noch 51, und seit 2007 bei ABB Robotics in Friedberg. Ich arbeite dort als Assistentin des Geschäftsbereichs Customer Service. 

Wie oft warst du schon als Volunteer bei den Special Olympics dabei?

Ich war zufällig zu den Nationalen Sommerspielen Special Olympics 2018 in Kiel und habe bei dieser Gelegenheit meine Kolleginnen und Kollegen während ihres Volunteer-Einsatzes besucht. Dabei habe ich die tolle Atmosphäre erlebt und mich direkt entschieden: „Das will ich auch machen!“

Bei den nächsten Nationalen Sommerspielen in Berlin 2022 war ich dann direkt dabei und hätte auch bei den Weltspielen in Berlin 2023 teilnehmen dürfen, musste aber leider aus gesundheitlichen Gründen absagen. Diese Spiele habe ich dann leidenschaftlich vom Krankenbett aus im TV verfolgt. Ich durfte dann wieder bei den Nationalen Winterspielen in Oberhof 2024 als Volunteer unterstützen.

Was waren deine persönlichen Highlights bisher?

Es gibt so viele Highlights, aber die Begeisterung der Athletinnen und Athleten live mitzuerleben, das ist einfach unbeschreiblich! Es ist unfassbar schön zu sehen, mit welcher Freude sie teilnehmen, wie sehr sie sich auf diese Wettbewerbe freuen, mit welcher Begeisterung sie daran teilnehmen und dabei über sich hinauswachsen.

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Gibt es eine besondere Begegnung oder ein Erlebnis bei Special Olympics, das dir in Erinnerung geblieben ist?

Ganz besonders aber hat mich berührt, dass mich ein Athlet, den ich 2022 in Berlin nur kurz betreut hatte, 2024 in Oberhof wiedererkannt hat! In Berlin war ich Riegenführer bei der Leichtathletik. Ich habe die Athletinnen und Athleten vom Aufruf zum Start geführt, während ihrer Wettkämpfe ihre persönlichen Gegenstände aufbewahrt und sie anschließend zur Siegerehrung begleitet.

In Berlin sollte ich den Hut eines Athleten während seines Laufs halten und da ich schon so voll bepackt war und die Hände zum Klatschen und Anfeuern brauchte, habe ich ihn kurzerhand auf meinen eigenen Hut gesetzt. Er fand das richtig witzig und war so stolz darüber… wir haben uns noch mehrfach in diesen Tagen gemeinsam darüber amüsiert.

In Oberhof, anderthalb Jahre später, war ich in der Essensausgabe eingeteilt und als zur Mittagszeit hunderte von Sportlerinnnen und Betreuern ins Essenszelt strömten, hörte ich aus der Menge jemand meinen Namen rufen und es war „Mein Hut Athlet“ aus Berlin (diesmal beim Schneeschuhlauf). Wir haben uns beide wahnsinnig gefreut uns wiederzusehen.

Das hat mir klar gemacht, wie wichtig solche Veranstaltungen für diese Menschen sind und sie behalten so viel davon in schöner Erinnerung.

Wie haben die Special Olympics deine Sichtweise auf Inklusion und Vielfalt verändert?

In Oberhof hatte ich die Gelegenheit, „privat“ mit Politikerinnen und Politekern außerhalb der Veranstaltung zu sprechen. Es war ernüchternd zu erfahren, wie schwer es für diese engagierten Vertreterinnen und Vertreter ist, Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung in der Öffentlichkeit Gesicht und Gehör zu verschaffen. Nach der medienwirksamen und für den Wahlkampf positiven Außendarstellung der Weltspiele in Berlin für die Politik in Deutschland wurden die Mittel wieder auf das eigentlich viel zu geringe Minimum gekürzt.

Vielen Dank daher an ABB ❤️, dass sie diese so wichtige Veranstaltung unterstützen und somit beitragen, die Präsenz dieser Menschen in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Denn ohne diese Unterstützung von Sponsoren und ehrenamtlich Helfenden wäre das alles so nicht möglich.

Ein weiterer, ganz wichtiger Punkt: Die Betreuung und Beratung der Athletinnen und Athleten durch „Healthy Athletes“ während der Spiele! Viele Betroffene erfahren hier eine intensive Betreuung im Hinblick auf Gesundheit, Zahnhygiene, Seh-/Hörhilfen oder einfach auch passende Schuhe und sonstige Hilfsmittel, die ihnen den Alltag erleichtern können.

Wie hat sich dein Leben durch dein Engagement bei den Special Olympics verändert? Was verbindest du mit Special Olympics?

Ich habe gemerkt, wie schwer es für diese Menschen ist, ein für uns so normales Leben zu führen. Das wollte ich ändern und engagiere mich seitdem in einem Verein "Mensch mach mit" hier vor Ort in Friedberg als „Mit mach Mensch“. Dieser Verein organisiert Veranstaltungen für Menschen mit Behinderungen, wie z.B. jedes Jahr die „Fahrspaßschule“, bei der Menschen mit Behinderungen, die sonst nie einen Führerschein machen könnten, auch mal selbst Auto fahren dürfen (auf einem abgesperrten Gelände in Fahrschulautos und von Fahrlehrern begleitet).

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