Was wäre, wenn das Laden vom Elektroauto so flott wäre, wie heute ein Stopp an der Benzin-Zapfsäule?

Das kann bald so sein, dank schneller Ladestationen von ABB

Elektroautos sind heute sauberer, schneller und erschwinglicher als je zuvor. Sie sind dabei, rasch zu Diesel- und Benziner aufzuschliessen; auf fast allen Gebieten, bis auf einem.

Nennen wir es den „Ladesäulen-Witz“ – oder „das Lade-Loch“.

Mit einem „normalen“ Auto macht sich heute niemand mehr Gedanken darüber, ob ihm vor der Ankunft am Ziel der Sprit ausgehen könnte, weil er nirgendwo nachtanken kann. Beim Einsatz von Elektroautos blieben ausgedehnte Fahrtpausen an der Ladestation die Regel. Dieses Ärgernis wirkte lange als Blockade, die der weiteren Akzeptanz bei einem größeren Publikum bisher massiv im Weg stand.

ABB hat Neuheiten im Köcher, die solche Ladesäulen-Aufenthalte ganz beträchtlich eindampfen können. Ein schlagender Beweis wird zum Weltwirtschafts-Forum (WEF) 2018 in Davos vorgestellt, und zwar in Form von Schnelladestationen, die eine Batterie in wenigen Minuten nachladen können.

Insgesamt acht Ladestationen sind an drei gut besuchten Plätzen in Davos installiert. Nach dem Ende des WEF-Meetings stehen die Elektrizitätswerke Davos bereit, die Stationen zu übernehmen und weiter zu betreiben.

Weltweit sind bisher über 6.000 ABB-Schnelladestationen in Betrieb, und täglich werden es mehr. Mit ihnen zieht die Unterstützung von digitalen Netzwerken ein, mit denen sich Abrechnung und Bezahlung im Handumdrehen erledigen lassen. So werden die elektrischen Ladestationen immer mehr zu dem, was die Zapfsäule für das konventionelle Auto lange war: ein Anlass zum flüchtigen Minuten-Stopp, nicht länger.

In Deutschland beispielsweise werden derzeit rund 200 ABB-Ladestationen entlang der Autobahnen installiert. Der Auftraggeber und Raststätten-Betreiber Tank & Rast verfolgt den Plan, solche Ladesäulen künftig im gleichen Umfang zu betreiben, in dem bisher Zapfsäulen für die verschiedenen Spritsorten bereitgehalten wurden.

Ein Schritt nach vorn in Sachen Nutzwert

Die schnellen Ladestationen zur universellen Verwendung stellen einen Wendepunkt für die Akzeptanz der Elektromobilität dar.

Elektroautos sind natürlich umweltfreundlicher als ihre fossil betriebenen Gegenstücke – vorausgesetzt der Strom zum Nachladen stammt aus nachhaltiger Quelle. In Davos, wo die gesamte Energieversorgung über Wasserkraft und Solaranlagen sichergestellt ist, ist dies der Fall.

In den vergangenen Jahren haben sich auch die Fahrleistungen von Elektroautos signifikant gebessert. Sie ziehen mit fossil betankten Autos und Lieferwagen zunehmend gleich, oder können sie sogar übertreffen.

Die Kosten für Batteriesysteme sind bereits gefallen und machen es zusehends einfacher, bezahlbare Autos mit einer Reichweite von mehr als 360 Kilometern herzustellen. Die Hersteller verbreitern ihr Modellangebot zunehmend, indem sie zusätzlich zu den Modellen für den reinen Vorortverkehr auch Luxus-Limousinen und kommerziell nutzbare Modelle anbieten.

Dennoch, sogar für die Enthusiasten wie die Besitzer von Elektroautos der ersten Stunden war es eine Zumutung, elektrisch eine ausgedehnte Tour oder Reise zu planen. Zur Wahl stand der Ladevorgang in der heimischen Garage oder am Arbeitsplatz: die Auswahl eines Reiseziels hielt sich durch die Distanz der einfachen Batterie-Reichweite in engen Grenzen.

Die Situation stellte sich vergleichbar so dar, als ob man ein „normales“ Auto mit einem 12–Liter kleinen Tank betreiben würde, der ausschliesslich mittels Kaffeelöffeln nachgefüllt werden kann, sofern sich überhaupt ein Spritvorrat am Weg findet: Man ist vom ersten Kilometer an auf Reserve unterwegs – oder kommt sich zumindest so vor.

Die Autohersteller haben sich bereits einiges einfallen lassen, das Problem zu lösen. Zum Beispiel Nissan, Hersteller des populären Nissan Leaf mit Elektroantrieb hat eine Option entwickelt, die „Quick Charge Port“ genannt wird. Damit lässt sich eine Batterie in nur 30 Minuten aufladen. Quick Charge ist dem CHAdeMO-Standard entsprechend ausgelegt, der auch von ABB-Ladestationen unterstützt wird.

Andere Schnelllade-Protokolle, die vergleichbar kurze Ladezeiten bieten, sind etwa der Combined Charging Standard (CCS), sowie das Tesla Supercharger Network im Besitz des Autoherstellers aus Kalifornien.

Die wachsende Anzahl schneller Ladestationen im öffentlichen Raum sind natürlich eine dringend notwendige Voraussetzung für Reisen mit dem Elektroauto. Den echten Durchbruch werden aber erst Ladestopps mit sich bringen, die kaum länger dauern als man heute für eine Tankfüllung benötigt.

Autohersteller nehmen diese Herausforderung zunehmend an. Ende 2017 entstanden die Pläne für Ionity, ein Joint Venture, das ein Netzwerk von ultraschnellen Ladestationen ab 2020 über ganz Europa ziehen wird. Die Hersteller, VW samt den Divisionen von Audi und Porsche, BMW, Mercedes-Benz und Ford, gehören alle zu der Gruppe, mit der ABB bereits in Sachen Elektrische Technologie zusammengearbeitet hat.

Der neue Standard

Gegenwärtig stellt das ABB-Modell Terra HP mit 175 bis 350 kW Ladeleistung die Spitze der Entwicklung dar, die im Markt installiert wird. Die Ladeleistung liegt so, dass man heute gängige Batterie-Formate in etwa 12 Minuten für eine Reichweite von 300 km nachladen kann. Das System ist kompatibel mit einem weiten Spektrum von Netzspannungen und unterstützt – unter anderen - sowohl die Ladeprotokolle nach den Standards von CHAdeMO und CCS.

Aus der Sicht des Fahrers beinahe noch wichtiger ist die Tatsache, dass Terra HP ein integriertes Bezahlsystem mitbringt, das über Touchscreen einfach bedienbar ist. Dieses Feature nutzt die Dienste von ABB Ability Connected Services, einem weltweit verfügbaren Netzwerk-System, das alle Ladestationen digital verbindet. Die Cloud-basierten ABB Ability Connected Services unterstützen die Fahrer an der Ladesäule auch dadurch, dass dort die nächsten Ladestationen entlang der geplanten Route angezeigt werden können.

Zusätzlich kann ABB Ability Connected Services mit Ferndiagnosen unterstützen, notwendige Reparaturen für die Ladestation beauftragen sowie für Software-Updates sorgen.

Der Umgang mit Terra HP-Systemen wird den Herstellern von Auto und Batterie mehr Flexibilität mit auf den Weg geben, sooft sie besser angepasste und effektivere Fahrzeuge in den Verkehr bringen. Bisher war der Weg zu mehr Reichweite stets damit verbunden, dass größere Lithium-Ionen-Batterien im Auto untergebracht wurden. Ein Vorgang, der auch durch stetig fallende Batteriepreise unterstützt wurde.

Diese Strategie sorgt aber auch für mehr Gewicht im Fahrzeug. Größere Bremsen und eine stärkere tragende Struktur sind unumgängliche Folgen. Diese Massnahmen zusammen widersprechen der Philosophie vom energieeffizienten, nachhaltigen Transportmittel, das die motivierende Kraft hinter der weiteren Entwicklung der Elektrofahrzeuge darstellen sollte.

Die ultraschnellen Terra HP-Lader nehmen die Last der unumgänglichen Größe vom Batteriesystem und stecken dafür mehr Lösungsansätze in das Netzwerk der Fläche: Indem der Fahrer in nur vier Minuten die Energie für weitere 100 Kilometer nachladen kann, beschleunigt das ultraschnelle Ladesystem ABB Terra HP den Einzug des vollkommen nachhaltigen Transportwesens für die Ära der E-Mobilität.

Diese Art von Verbraucherfreundlichkeit wird für Familie und Gewerbe zugleich den Einstieg vereinfachen, wenn es darum geht, Verkehr ohne Emissionen zu einer alltäglichen Errungenschaft zu machen.

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