Das im Juli 2010 eröffnete Terminal 3 des Indira Gandhi International Airports in Delhi verfügt über eine Kapazität von 34 Millionen Passagieren pro Jahr und ist damit das zur Zeit fünft größte Passagierterminal der Welt. Der 111.600 m² große Komplex besteht aus 9 Stockwerken und besitzt zwei Flugsteige, die sich jeweils auf eine Strecke von 1,2 km erstrecken. Die wichtigsten Eckdaten des Flughafens: 169 Check-in Schalter, 78 Gates, 97 Rolltreppen, 96 Schalter zur Passkontrolle, 20.000 m² Verkaufsfläche sowie 14 Gepäckbänder. Obwohl die Gebäudefassade zu 80% aus Glas besteht, besitzt das Terminal ein umfassendes Beleuchtungssystem. Mehr als 100.000 Leuchten wurden verbaut, die mit Hilfe von ca. 11.000 Geräten wie Aktoren, Dimmern und Präsenzmelder gesteuert werden.
In einem Flughafengebäude besteht die Anforderung, dass 24h ein konstantes Helligkeitsniveau vor allem in sicherheitsrelevanten Bereichen herrscht. Nichtsdestotrotz bestand die Anforderung an eine effiziente Beleuchtungssteuerung, was mit Hilfe von vordefinierten Zeitprogrammen und einer maximalen Ausnutzung des Tageslicht umgesetzt wurde. Neben der energieeffizienten Beleuchtungssteuerung, unter Berücksichtigung der sicherheitstechnischen Anforderungen, war es insbesondere eine Herausforderung, 100.000 Leuchten mit Hilfe des KNX Systems in die Gebäudesteuerung zu integrieren.
Die Entscheidung zugunsten von KNX wurde auf Grund der großen Flexibilität des Systems getroffen. Zusätzlich sprachen die Konnektivität zu anderen Standards wie auch die Option, dezentrale Funktionen in die zentrale Steuerung mit Hilfe eines Building Management Systems (BMS) zu integrieren, für einen Einsatz von KNX. Dies wurde mit Hilfe von KNX IP Routern auf Basis des KNnet/IP Protokolls für realisiert. Des Weiteren erlaubt die Kommunikation von KNX zu BMS, HLK (Heizung Lüftung Klima) System, Brandmeldeanlage, Netzwerkmanagementsystem, Energiemanagementsystem und Visualisierung die Realisierung komplexer Applikationen zur Steigerung der Energieeffizienz, Sicherheit und des Komforts
Aus Sicherheitsgründen muss die Beleuchtung in bestimmten Teilen des Flughafens 24h eingeschaltet sein. Allerdings ist es in anderen Teilen des Komplexes, wie z.B. in den Gates, WCs und im Abflugs- und Ankunftsbereich, möglich extensive Maßnahmen zur Senkung des Energiebedarfs auf Basis von KNX umzusetzen. Dies wird durch das präsenz- und zeitgesteuerte Ein- und Ausschalten und Dimmen der Beleuchtung erreicht. Zum Beispiel wird die Beleuchtung automatisch ausgeschaltet bzw. auf 10% der maximalen Helligkeit herabgedimmt, wenn ein Gate oder ein Check-in Schalter nicht in Verwendung ist. In WCs wird die Helligkeit beim Eintreten von 50% auf 100% erhöht, Büros und Betriebsräume werden durch Präsenzmelder effizient gesteuert.