Die industrielle digitale Transformation auf die nächste Stufe heben und gleichzeitig wichtige Daten in der Nähe halten

Das «Secure Edge Data Center» ist eine gemeinsame Entwicklung von ABB, HPE und Rittal. In Schaffhausen sichert es nun in der ABB-Fabrik für Niederspannungsprodukte grosse Datenmengen vor Ort. Und das bei einer Reduktion der Investitionskosten um 30% und einer Verringerung der Betriebskosten durch Energieeinsparungen sowie der CO2-Emissionen um je bis zu 20%.

In Schaffhausen produziert ABB Niederspannungsprodukte, mit denen sich intelligente Gebäude wie ein Uhrwerk betreiben lassen. In der Fabrik werden mehrere Millionen Leitungsschutzschalter pro Jahr produziert. Ebenso Energieverteilungssysteme für Niederspannungs-Unterverteilerschränke, Fehlerstromschutzschalter und Magnetrelais. Diese Produkte werden weltweit vertrieben, hauptsächlich für industrielle und kritische Stromversorgungsanwendungen wie zum Beispiel Rechenzentren oder Spitäler. Im Werk werden aber auch Schalter und Steckdosen gefertigt, die speziell für private Haushalte in der Schweiz entwickelt wurden.

Die Fabrik in Schaffhausen nutz nun das «Secure Edge Data Center» (SEDC), eine All-in-One-Plug-and-Play-Rechenzentrums-Lösung, die speziell für den Betrieb in industriellen Umgebungen entwickelt wurde, um IT-Kapazität näher an die Maschinensteuerung und Datenquellen zu bringen.

Die SEDC-Lösung ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen ABB, HPE sowie Rittal und vereint das Beste von drei Technologieführern. Es ist ein vormontiertes Edge-Rechenzentrum für Industrieunternehmen und wurde speziell entwickelt, um dezentrale Datenverarbeitung unter rauen Umgebungsbedingungen zu ermöglichen. Da die Kernelemente eines echten Rechenzentrums in einem Gehäuse integriert sind, ist keine kontrollierte Umgebung mit kühler und sauberer Luft mit einer bestimmten Luftfeuchtigkeit erforderlich.

Der SEDC verfügt über das ABB SMISSLINE Touch Proof-System und die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) PowerValue von ABB, um eine kontinuierliche Stromversorgung zu gewährleisten. Ein hochwertiges Rack mit Kühl- und Feuerlöschsystem von Rittal bietet eine sichere Umgebung für die IT-Hardware in seinem IP55-zertifizierten Gehäuse. Die SEDC bietet auch Überwachungssysteme mit Brandmeldesystemen sowie Alarmfunktionen zur Erhöhung der Sicherheit. Die IT-Infrastruktur und -Services von HPE sowie der Support rund um die Uhr runden das Angebot ab und sorgen für einen nahtlosen Betrieb.

«Das SEDC ist ein Wegbereiter für die schnelle Bereitstellung von Cloud-ähnlichen Rechenfunktionen im Rahmen der dezentralen Datenverarbeitung in der „Edge“», so André Schärer, Vice President Digital Partnerships bei ABB. «Es unterstützt eine Vielzahl von Anwendungen, genau dort, wo Daten generiert werden. Das industrielle Internet der Dinge (IIoT) bietet unseren Kunden die Flexibilität, ihre Anwendungen zu verteilen - vom Gerät über die Edge bis zur Cloud.»

Das IIoT ermöglicht es Unternehmen, zahlreiche Geräte an Netzwerke anzuschliessen. Dadurch ist es möglich, Daten kontinuierlich zu sammeln, zu analysieren und in umsetzbare Erkenntnisse umzuwandeln – um Betrieb, Leistung, Nachhaltigkeit und Sicherheit zu verbessern. Es wird geschätzt, dass die Anzahl der angeschlossenen Geräte im Jahr 2025 auf 41,6 Milliarden steigen wird, was der Datengenerierung einen deutlichen Schub verleihen wird. Für gewöhnlich werden so grosse Datenmengen zentral in Rechenzentren oder in jüngerer Zeit in der «Cloud» verarbeitet.

Das Speichern und Verarbeiten kritischer Daten in entfernten Rechenzentren ist aber kaum für jedes Unternehmen oder jeden Betrieb möglich. Die Entfernung kann zu Latenz führen und zeitkritische Produktionsprozesse stören – insbesondere an entfernten Standorten, an denen die Konnektivität ein Problem darstellen kann. Andere befürchten, dass das Speichern der Daten auf Cloud-Servern eine Sicherheitsbedrohung darstellt und sie die Hände von Hackern fallen könnten. Einige Unternehmen haben sogar Richtlinien erlassen, die die externe Verarbeitung oder Speicherung von Unternehmensdaten verhindern. Auch behördliche Vorschriften können verhindern, dass die Daten bestimmte Hoheitsgebiete verlassen.

«In der Edge findet die Action statt», sagt Tom Bradicich, VP und Hewlett Packard Fellow sowie globaler Leiter von IoT und Edge Labs. «Das sichere und umweltfreundliche SEDC ist ideal für Edges in der Fabrik. Die Platzierung von Rechen- und Steuerungssystemen in der Nähe der Datenquellen und «Dinge» im IIoT bietet viele Vorteile wie schnellere Reaktionszeiten, höhere Zuverlässigkeit und geringere Bandbreitenanforderungen.»

Der Rahmen der alten Infrastruktur hinter dem SEDC, dessen geschlossenes Gehäuse nun die wichtige IT-Hardware schützt, in der wichtige Sicherungsdaten für das Werk gespeichert sind.
Der Rahmen der alten Infrastruktur hinter dem SEDC, dessen geschlossenes Gehäuse nun die wichtige IT-Hardware schützt, in der wichtige Sicherungsdaten für das Werk gespeichert sind.

Das SEDC ist daher bestens für das ABB-Werk in Schaffhausen geeignet. Seine Konstruktion ermöglichte einen sehr schnellen Einsatz und erlaubte gleichzeitig eine erhebliche Reduktion der Investitionskosten (30%), der Betriebskosten (15-20% Energieeinsparung für die Kühlung) und der CO2-Emissionen (15-20%). Weitere Informationen zu diesem Anwendungsfall finden Sie in der Fallstudie.

«Durch die Installation eines SEDC konnten wir alle Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Hosting von IT-Infrastruktur in unserer Fabrik bewältigen. Wir mussten nichts für die Nachrüstung eines ganzen Raums aufwenden, sondern konnten diese Lösung kostengünstig einsetzen», betont Volkmar Brielmann, Local IS Business Engagement Manager bei ABB in Schaffhausen.

Das SEDC ist eine intelligente Lösung, die Unternehmenskunden einen enormen Mehrwert bietet, da sie ABB Ability-Angebote (z.B. ABB Ability System 800xA, ABB Ability Symphony Plus usw.) sowie jegliche Standardsoftware (zum Beispiel SAP HANA, Microsoft Azure Stack, Manufacturing Execution Systems und andere) in der Edge bereitstellen kann

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