Diversity & Inclusion: Verlängerte Vaterschaftszeit wichtiger Schritt vorwärts

Diversity & Inclusion: Verlängerte Vaterschaftszeit wichtiger Schritt vorwärts

Im Rahmen der Strategie zu Diversität und Inklusion bietet ABB in der Schweiz Vätern von Neugeborenen ab 2021 vier Wochen bezahlte Vaterschaftszeit. Nicole Kamm Steiner, Leiterin Human Resources ABB Schweiz, Gudrun Sander, Professorin für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung des Diversity Managements an der Universität St. Gallen (HSG), und Robert Itschner, Country Managing Director ABB Schweiz, im Interview zur D&I-Strategie und dieser ersten Neuerung.

Was beinhaltet «Diversität & Inklusion» bei ABB?

Robert Itschner: Diversität ist ein Fakt, der unser Leben und unsere Arbeit reicher macht. Wir alle unterscheiden uns in vielerlei Hinsicht voneinander. Es geht darum, diese Unterschiede zu würdigen. Sie bringen eine Vielfalt an Denkweisen und Perspektiven ein, was unserem Unternehmen nützt. Inklusion bedeutet dafür zu sorgen, dass die Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit bei uns respektiert, geschätzt und gefördert werden. Das umfasst Dimensionen wie Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung, Nationalität, aber auch unterschiedliche Fähigkeiten oder Denkweisen.

Nicole Kamm Steiner: Genau. Es liesse sich auch sagen, dass es bei Diversität darum geht, für unsere vielfältigen, unterschiedlichen Anforderungen in unserem Unternehmen die jeweils richtigen Personen an Bord zu holen. Eine Betriebskultur der Inklusion heisst sie willkommen, erlaubt ihnen, sie selbst zu sein. Eine solche Kultur bewirkt auch verstärkt, dass so eingebundene Mitarbeitende langfristig und gerne bei ABB bleiben.

Nicole Kamm Steiner
Nicole Kamm Steiner
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Weshalb ist die Umsetzung einer D&I-Strategie wichtig für ein Unternehmen wie ABB?

Gudrun Sander: Eine gute D&I-Strategie unterstützt auch das Kerngeschäft und macht Führung sowie Management effektiver. Die Umsetzung und das Leben einer D&I-Strategie im Arbeitsalltag ist Aufgabe der Führungskräfte. ABB will sich unter anderem als attraktive Arbeitgeberin im umkämpften Markt um gute Talente positionieren. Da hilft eine gute D&I-Strategie, weil sie eine offene Unternehmenskultur fördert.

Was waren aus Ihrer Sicht die wichtigsten Erkenntnisse in diesem Projekt?

Gudrun Sander: Einerseits wie wichtig die Unterstützung der Geschäftsleitung ist – und diese ist bei ABB in der Schweiz klar vorhanden. Hier ist der entscheidende nächste Schritt, um mehr Wirkung zu entfalten, dass es ein strategisches Geschäftsleitungsthema für eine längere Zeit bleibt. Andererseits ist es wichtig, dass die Ziele, Projekte und Massnahmen möglichst vielen Mitarbeitenden nutzen, sodass das (Arbeits-)Leben ein bisschen einfacher wird.

Gudrun Sander
Gudrun Sander
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Was sind die Schwerpunkte der D&I-Strategie?

Robert Itschner: Ende September 2020 hat ABB ihre neue globale D&I Strategie 2030 lanciert. Es geht darum, Inklusion und Gleichstellung entlang aller Dimensionen zu fördern. Der bisherige Schwerpunkt auf «Gender Diversity» wird bei ABB sehr wichtig bleiben. Gleichzeitig fassen wir D&I nun deutlich breiter. Wir merken bereits jetzt, dass diese neue Ausrichtung viel zur Akzeptanz der Strategie beiträgt.

Als erste Massnahme der neuen, umfassenden D&I-Strategie wird ABB Schweiz per 2021 eine Vaterschaftszeit von vier Wochen einführen – doppelt so lange wie das neue nationale Obligatorium, das kürzlich in einer Volksabstimmung beschlossen wurde.  Was hat zu diesem Entscheid geführt?

Nicole Kamm Steiner: Die breite Berichterstattung rund um die Volksabstimmung hat dieses Thema in den Fokus des allgemeinen Interesses in der Schweiz gerückt. ABB hat sich damit aktiv auseinandergesetzt. Als Diskussionsgrundlage haben wir wissenschaftliche Begründungen für die Wichtigkeit einer Vaterschaftszeit sowie ein Benchmarking von Firmen in der Schweiz zusammengestellt. Für das Management war klar, dass wir mehr als das gesetzliche Minimum bieten möchten. Gerade auch im Hinblick auf Gleichberechtigung ist es ein Schritt in die richtige Richtung, Vätern mehr Zeit mit den Neugeborenen anzubieten. Ein ganzer Monat Vaterschaftszeit ist eine einvernehmliche Lösung, hinter der alle ABB-Geschäftsbereiche in der Schweiz und das Headquarter in Zürich mit voller Überzeugung stehen. Damit haben wir eine deutliche Verbesserung zum gegenwärtigen Status erreicht.

Wie positioniert sich ABB Schweiz mit dieser vierwöchigen Vaterschaftszeit im Vergleich zu weiteren grossen Unternehmen hierzulande?

Robert Itschner: Im Industriesektor zählen wir damit zu den «best practice»-Unternehmen in der Schweiz. Ich bin überzeugt, dass wir damit speziell für die jüngere Generation an Attraktivität als Arbeitgeberin gewinnen.

Robert Itschner
Robert Itschner
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Haben diese beiden zusätzlichen Wochen wirklich einen nachhaltig positiven Einfluss auf die Vater-Kind-Bindung und die ausgeglichenere Verteilung des Betreuungsaufwands unter den Elternteilen?

Gudrun Sander: Eltern ist man ein Leben lang. Sowohl der Mutterschafts- als auch der Vaterschaftsurlaub erleichtern die Anfangszeit. Das ist sehr wichtig. Und ABB sendet mit dieser neuen Regelung auch ein starkes Signal, dass sie Eltern unterstützen wollen.

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