Technologie ist der Schlüssel zu einer nachhaltigeren und wohlhabenderen Welt

Technologie ist der Schlüssel zu einer nachhaltigeren und wohlhabenderen Welt

In dieser Woche hält das Weltwirtschaftsforum die Sonderveranstaltung "Davos Agenda" ab. Globale Führungskräfte treffen sich virtuell, um Lösungen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie und zur Förderung einer robusten Erholung der Wirtschaft zu diskutieren. ABB ist durch CEO Björn Rosengren vertreten.

Björn Rosengren, das Thema der Davoser Agenda lautet "Vertrauen wiederherstellen". Welchen Beitrag leistet ABB zu diesem Treffen, und was kann ein Unternehmen wie ABB tun, um das Vertrauen wiederherzustellen?

Mehrere unserer Führungskräfte, darunter auch ich, nehmen an der Davos Agenda teil. Wir diskutieren darüber, wie die Transformation der Industrie und insbesondere der Fertigung wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand fördern und zu einer nachhaltigeren Zukunft beitragen kann. Als globales Technologieunternehmen, das auf Elektrifizierung, Automation, Robotik und industrielle Antriebstechnik spezialisiert ist, spielt ABB eine führende Rolle bei der Transformation von Industrie und Fertigung sowie des Energiesystems.

Was sind die wichtigsten Treiber für industriellen Wandel und Wachstum?

Es gibt vier langfristige Trends, die den Wandel in allen Branchen und insbesondere in der Fertigung vorantreiben:

  • Steigende Verbrauchernachfrage nach massgeschneiderten und individualisierten Produkten;
  • Knappheit an qualifizierten Arbeitskräften und die Notwendigkeit, resilienter zu werden;
  • Unsicherheit in der Nachfrage, getrieben durch COVID-19, Geopolitik und andere Faktoren;
  • Rascher technologischer Fortschritt, ermöglicht durch digitale Konnektivität und künstliche Intelligenz.

Ich würde hinzufügen, dass Hersteller Nachhaltigkeit in ihre Abläufe einbetten müssen, um Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum zu fördern. Nachhaltigkeit ist auch eine wirtschaftliche Chance. Und aus einer Kostenperspektive ist die Senkung des Energieverbrauchs und die Reduzierung von Materialverbrauch sowie Abfall gut für das Endergebnis.

Angesichts dieser Trends müssen Hersteller flexibler werden und ihre Betriebs- und Logistikprozesse vereinfachen. Diejenigen, die sich neue Technologien und Arbeitsweisen zu eigen machen, stehen gut da. Diejenigen, die das nicht tun, haben es zunehmend schwerer, im Wettbewerb zu bestehen.

Wie können Produzenten ihre Abläufe flexibler und einfacher gestalten?

Die Antwort ist: Technologie, insbesondere durch die Nutzung der nächsten Stufe der Automatisierung und Robotik. Roboter sind nicht neu: ABB fertigte den ersten elektrisch gesteuerten Industrieroboter bereits in den 1970er Jahren. Seitdem haben Roboter dazu beigetragen, industrielle Produktivität, Qualität und Sicherheit zu verbessern.

Neu ist, dass Roboter heute inhärent digital sind. Ausgestattet mit KI und Software, kombiniert mit anderen Maschinen und fahrerlosen Transportsystemen, können sie viele verschiedene Aufgaben von zunehmender Komplexität ausführen – und sich auch sicher mit Menschen bewegen und mit ihnen zusammenarbeiten. Man könnte meinen, dass solch fortschrittliche Roboter sehr kompliziert zu programmieren und einzusetzen wären. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall: Fortschrittliche Roboter müssen nicht mehr programmiert werden – man kann ihnen einfach zeigen, was sie tun sollen, indem man ihre Arme bewegt. Mit KI können sie lernen, Objekte zu erkennen und ihre Arbeitsweise zu optimieren.

Diese Entwicklungen fördern Flexibilität, Anpassungsfähigkeit, Einfachheit und Resilienz.

Als Anbieter dieser fortschrittlichen Technologien musste ABB vermutlich selbst flexibler und einfacher werden?

Auf jeden Fall! Unser Erfolg hängt vom Erfolg unserer Kunden ab – das treibt alles an, was wir tun. Die Transformation von Industrien ist ein Kernbestandteil unseres Unternehmenszwecks und etwas, das wir selbst in unserem eigenen Betrieb leben müssen.

Mit unserem Geschäftsmodell haben wir komplexe Prozesse abgebaut. Entscheidungen werden auf der Ebene des Kunden von den Menschen getroffen, die die Bedürfnisse der Kunden verstehen. Wir bieten unseren Kunden kontinuierliche Unterstützung durch unsere «Collaborative Operations' Centers» an. Diese ermöglichen es unseren Kunden, rund um die Uhr aus der Ferne mit ABB-Experten zusammenzuarbeiten und ihren Betrieb schnell an volatile Nachfrage anzupassen. Heute sind wir mit mehr als 1’000 Industriestandorten und über 1’200 Schiffen auf der ganzen Welt verbunden.

Auf diese Weise ermöglichen wir unseren Kunden, ihre Geschäftsmodelle anzupassen sowie effizienter, produktiver und nachhaltiger zu werden.

Wie hat ABB Kunden bei der Anpassung an die Pandemie geholfen?

Seit dem Ausbruch der Pandemie haben wir eng mit den Kunden zusammengearbeitet, um wichtige Infrastrukturen und Dienstleistungen am Laufen zu halten, aber auch um sich an die neue Nachfrage nach anderen Arten von Produkten anzupassen. Unsere Roboter halfen zum Beispiel einem US-Elektronikhersteller, der noch nie ein medizinisches Gerät hergestellt hatte, innerhalb von 30 Tagen auf die Herstellung von FDA-zugelassenen Beatmungsgeräten umzustellen.

Wir arbeiten auch eng mit Regierungen und lokalen Behörden zusammen, um gesellschaftliche und kommunale Herausforderungen anzugehen. In Singapur zum Beispiel haben unsere Roboter einen enormen Ausbau der COVID-19-Testkapazität ermöglicht. Heute verarbeiten sie mehr als 50’000 COVID-19-Tests pro Tag und sorgen so für gleichbleibende Qualität, entlasten das medizinische Personal und verringern das Infektionsrisiko.

Bei welchen weiteren Herausforderungen hilft ABB?

Neben der Transformation von Industrien tragen wir dazu bei, die weltweiten Herausforderungen im Energiebereich zu bewältigen und Nachhaltigkeit in unserer gesamten Wertschöpfungskette zu verankern. Unsere führenden Technologien ermöglichen eine kohlenstoffarme Gesellschaft und tragen dazu bei, die Ressourcen der Erde für zukünftige Generationen zu erhalten.

Konkret helfen wir unseren Kunden, ihre CO2-Emissionen zu reduzieren, ganz im Sinne des Pariser Klimaabkommens, dem die USA erfreulicherweise wieder beitreten. Unsere Technologien reduzieren den Energieverbrauch in der Industrie, in Gebäuden und im Transportwesen – Sektoren, die zusammen für fast drei Viertel des weltweiten Energieverbrauchs verantwortlich sind. Durch unseren Ansatz der Kreislaufwirtschaft, der durch Technologie ermöglicht wird, reduzieren wir Abfälle, erhöhen Recycling und Wiederverwendbarkeit und machen unsere Produkte langlebiger.

Nachhaltigkeit geht über Umweltaspekte hinaus. Als globales Unternehmen, das in mehr als 100 Ländern tätig ist, fördern wir den sozialen Fortschritt auf der ganzen Welt, indem wir ein vorbildlicher "Corporate Citizen" sind.

Was sind die Schlüsseltechnologien, welche die Nachhaltigkeit vorantreiben?

Wenn es um die Reduzierung von Kohlenstoffemissionen geht, sind Elektrifizierung und Automatisierung der Schlüssel.

Wir müssen das Energiesystem dekarbonisieren und Energie effizienter nutzen. Dabei ist Elektrizität von entscheidender Bedeutung, denn dank der erneuerbaren Energiequellen ist sie die einzige Energieform, die emissionsfrei produziert und verbraucht werden kann. Wir haben heute die Technologie, um Industrien, Gebäude, Infrastruktur und Landverkehr mit Strom zu versorgen. Auch auf Schiffen können wir mit unseren elektrischen Antriebssystemen an Bord die Emissionen deutlich reduzieren.

Wenn es darum geht, Energie und Ressourcen effizienter zu nutzen, können wir bereits durch den verstärkten Einsatz bestehender Technologien einen grossen Unterschied machen. Zum Beispiel können unsere drehzahlvariablen Antriebe für Elektromotoren den Stromverbrauch um bis zu 25 Prozent reduzieren, während unsere Ladelösungen für Elektrofahrzeuge den Übergang zu kohlenstofffreier Mobilität auf der Strasse unterstützen. Eines unserer Ziele für 2030 ist es, im eigenen Betrieb kohlenstoffneutral zu sein, was wir zum Teil mit unseren eigenen Technologien erreichen werden.

Was erwarten Sie von der Davoser Agenda?

Letztes Jahr markierte das 50-Jahr-Jubiläum des Weltwirtschaftsforums. Das zeigt, was für eine effektive Plattform es für den Dialog und die Multi-Stakeholder-Zusammenarbeit ist, die der Schlüssel zur Bewältigung globaler Herausforderungen und zum Aufbau einer nachhaltigen Zukunft sind. Meine Kolleginnen und Kollegen und ich freuen uns sehr darauf, die Zusammenarbeit mit dem WEF und seinen vielen Stakeholdern zum Wohle aller fortzusetzen.

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