Managerin der Lieferkette

Vom Kabelbinder bis zum kundenspezifischen Zaunsystem – Beate Michalsen beschafft mit ihrem Team alle Produkte des ABB-Geschäftsbereichs Elektrifizierung bei ABB Stotz-Kontakt für den Großhandel und Endkunden. Die Leiterin der Abteilung Sales Einkauf in Heidelberg steuert dabei die komplette logistische Kette und setzt auf den guten persönlichen Kontakt zu den internationalen Lieferanten.

Beschaffung – das ist deutlich komplexer als mancher denkt. Im ABB-Geschäftsbereich Elektrifizierung in Heidelberg weiß das niemand besser als Beate Michalsen. Die Logistikspezialistin leitet dort als Planning & Fulfillment Managerin den Sales Einkauf (SE). Sie und ihr Team beschaffen die sogenannten Handelswaren-Produkte der internationalen ABB-Standorte und -Fertigungen für den deutschen und österreichischen Markt. Vom Heidelberger Lager aus gehen die Produkte sowohl an den Großhandel als auch an die Endkunden; das sind vor allem Schaltanlagen- und Maschinenbauunternehmen.

„Produkte zu bestellen ist dabei nur ein Teilaspekt“, sagt Beate Michalsen. Mit ihren 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steuert die 54-Jährige die gesamte logistische Kette vom Auftrag bis zur Auslieferung. Und da jede Lieferkette nur so gut ist, wie ihr schwächstes Glied, hat das SE-Team alle Bereiche im Blick und optimiert sie kontinuierlich. Zudem arbeitet es eng vernetzt mit anderen ABB-Abteilungen, etwa mit dem Vertrieb, dem Produktmarketing, dem Lager und der Buchhaltung.

Mag komplexe Aufgaben: Beate Michalsen beschafft mit ihrem Team alle Produkte des ABB-Geschäftsbereichs Elektrifizierung bei ABB Stotz-Kontakt für den Großhandel und Endkunden.
Mag komplexe Aufgaben: Beate Michalsen beschafft mit ihrem Team alle Produkte des ABB-Geschäftsbereichs Elektrifizierung bei ABB Stotz-Kontakt für den Großhandel und Endkunden.

Im Schnitt sind Beate Michalsen und ihr Team für gut 10.000 Handelswaren-Produkte verantwortlich. Im EDV-System der Abteilung sind allerdings mehr als 60.000 Daten für das komplette Produktspektrum des Geschäftsbereichs hinterlegt – von Schützen, FI-Schutzschaltern, Leistungsschaltern und Softstartern über Kabelbinder bis hin zu Zaunsystemen für die Maschinensicherheit.

Rund 6.000 häufig nachgefragte Produkte sind immer auf Lager. Das Team kennt die jeweiligen Bestände ebenso wie die durchschnittlichen Nachfragemengen und die Lieferzeiten der verschiedenen Produktionsstätten. Für Nachbestellungen hat es auf Basis dieser Daten Grenzwerte definiert, sogenannte Reordering-Points. Werden sie erreicht, generiert das System automatisiert eine Bestellanforderung. Die Bestände müssen so optimiert sein, dass bei möglichst geringen Lagerkosten eine gute Lieferperformance sichergestellt ist.

Besonders reizvoll findet Beate Michalsen die Zusammenarbeit mit den internationalen ABB-Lieferanten. Das Netzwerk besteht aus 20 produzierenden Gesellschaften, mit Sitz von Schweden bis China. Die Mentalität der Ansprechpartner vor Ort und die Besonderheiten der jeweiligen Produktionsstätten zu kennen, sei unerlässlich in ihrem Beruf, betont sie. Zudem komme es auf gegenseitiges Vertrauen und einen respektvollen Umgang miteinander an: „Auch wenn sich viele Prozessschritte automatisieren lassen – in schwierigen Situationen zählen belastbare persönliche Lieferantenbeziehungen, die über Jahre gewachsen sind.“

So wie im Moment. Die Corona-Pandemie und vor allem die derzeitige Rohstoffknappheit auf dem Weltmarkt machen die Arbeit des SE-Teams um einiges schwieriger. Während sich die Auswirkungen der Pandemie auf die Lieferkette durch Mehrbestellungen abfangen ließ, stellt die enorme Nachfrage nach Rohstoffen weit größere Herausforderungen an alle Beteiligten. Beate Michalsen bleibt zuversichtlich: „Ich mag komplexe Aufgaben“, sagt sie.

Ihre aktuelle Position übernahm sie 2016, arbeitet aber schon seit 1992 bei ABB. Die Diplom-Kauffrau, die in Bamberg Betriebswirtschaftslehre studiert hat, war gemeinsam mit ihrem Mann aus Bayern in die Rhein-Neckar-Region gekommen. Bereits in ihrem ersten Projekt – die Verbesserung der Servicerate zu den Kunden und die Reduzierung der Lagerbestände – konnte sie das Logistik-Know-how aus ihrem Studium einbringen. Diese besondere Expertise ist immer wieder gefragt. So baute sie 1997 ein kundenorientiertes Logistikzentrum in Heidelberg auf und leitete es.

Mit ihrer Familie lebt Beate Michalsen in Schwetzingen, wenige Kilometer südlich von Heidelberg. Dort arbeitet sie derzeit auch vorwiegend. Alles was sie braucht, kann sie elektronisch über ihren Laptop abrufen – lediglich einen Ordner mit wichtigen Dokumenten gibt es noch physisch. Sie schätzt die größere Flexibilität, die ihr das Homeoffice bietet, vermisst aber gleichzeitig den persönlichen Kontakt und die informellen Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen. Auch privat schätzt sie die Treffen mit Freunden ganz besonders. Am liebsten verbringt sie ihre Freizeit mit der Familie, auf Reisen oder mit einem guten Buch.

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