ETH-Studierende präsentieren Elektroflugzeug

ETH-Studierende präsentieren Elektroflugzeug

Vergangenen Samstag präsentierten Studierende der ETH Zürich in Dübendorf ein viersitziges Elektroflugzeug, das sie im Rahmen eines Fokusprojekts entwickelt und realisiert hatten. ABB Schweiz unterstützt das Projekt. Zwei Mitarbeitende von ABB sind in Eigeninitiative eng in das Projekt eingebunden.

Der Flughafen Dübendorf war am 2. Oktober Schauplatz einer Premiere: Erstmals zeigte die ETH-Projektgruppe ihr selbst entwickeltes Elektroflugzeug e-Sling in einem Rollout der Öffentlichkeit. Es bietet Platz für vier Personen und hat eine Reichweite von voraussichtlich über 250 km, bei einer Reisegeschwindigkeit von 160 km/h.

Der e-Sling in Dübendorf
Der e-Sling in Dübendorf

Sponsoring und Expertise von ABB Schweiz
ABB Schweiz ist Gold-Partnerin bei diesem Projekt für eine nachhaltigere Luftfahrt. ABB-Fachleute für Umrichter aus Turgi haben ihre Expertise bei der Entwicklung des Stromrichters für das Flugzeug beigesteuert. Das basiert auf dem Sling TSi, einem Selbstbau-Flugzeugkit aus Südafrika.

ABB-Mitarbeitende in Eigeninitiative Teil des Projekts
Wobei ABB-Mitarbeitende in Eigeninitiative in dem Projekt involviert sind. Primär Carlo Schmid, heute Global Sales Manager von ABB im Bereich Traktion des Standorts Turgi. Er machte sich 2012 einen Namen in der Luftfahrtszene und darüber hinaus: Carlo flog mit einer einmotorigen Cessna 210 in 80 Tagen alleine um die Erde und war mit 22 Jahren der zu jenem Zeitpunkt jüngste Pilot weltweit, der diesen Alleinflug geschafft hatte.

Blick in das Cockpit.
Blick in das Cockpit.

Machbarkeitsstudie angeregt
«Im Jahr 2018 wollte ich eigentlich eine Machbarkeitsstudie für ein Elektroflugzeug lancieren. Aber ich bin kein Aviatik-Ingenieur, da fehlte mir damals das technische Know-how dazu. So wandte ich mich mit der Idee an die ETH», so Carlo Schmid. In der Folge entwickelten zwei Maschinenbaustudenten der ETH mit Partnern aus der Aviatik ein theoretisches Elektroflugzeug-Konzept.

Kontakt zu Südafrika geknüpft
Eine zentrale Rolle bei dieser Machbarkeitsstudie hat auch Cornel Engeli gespielt, heute Senior Development Engineer bei ABB Schweiz im Bereich Traktion. «Diese Konzeptstudie war ein wichtiger Ansatz für die Initiierung des Fokusprojekts», so Cornel, der sein Engineering-Knowhow in seiner Freizeit beisteuerte. Über das globale ABB-Netzwerk kam auch der Kontakt zu Sling Aircraft in Südafrika zustande. Carlo und Cornel sind Teil der Supporter-Crew des e-Sling.

Carlo Schmid (links) und Cornel Engeli.
Carlo Schmid (links) und Cornel Engeli.

Zwölf ETH-Studierende entwickelten e-Sling
Tatsächlich lancierte die ETH in der Folge ein Fokusprojekt, in dem zwölf Maschinenbau- und Elektroingenieur-Studierende innert acht Monaten ein Elektroflugzeug entwickeln sollten, basierend auf der viersitzigen Sling TSi. Dafür entwickelten sie einen für diese Zwecke optimierten Elektromotor, der für den Start eine maximale Leistung von 110 kW bringt und in der Reisephase kontinuierlich mit 45 kW betrieben wird. Auch für das Design des wassergekühlten Energiespeichers aus Batteriezellen waren sie besorgt. Um genügend Energie für einen 250-km-Flug bereitstellen zu können, mussten dafür die Flügel des Sling TSi verlängert werden. Dort sind die Speicher untergebracht.

Der von den Studierenden selbst entwickelte Antriebsstrang des e-Sling.
Der von den Studierenden selbst entwickelte Antriebsstrang des e-Sling.

Support aus Turgi
«Für die Entwicklung des Stromrichters besuchten die Studierenden zuerst einen Workshop der ABB-Experten des Standorts Turgi», so Cornel. Es sei beindruckend gewesen, wie schnell diese ihr Wissen in dem Bereich aufbauten. Bei späteren Software-Herausfoderungen beim Umrichter für den Flugzeugantrieb erhielten sie ebenfalls Unterstützung aus Turgi.

Ein Engagement initiativer, innovativer junger Menschen
Beim Rollout in Dübendorf hielt auch Robert Itschner, Vorsitzender der Geschäftsleitung von ABB Schweiz, eine kurze Grussadresse. Er lobte den e-Sling als Resultat des Engagements initiativer, innovativer junger Menschen.

Erstflug wohl im kommenden Frühling
Das Bundesamt für Zivilluftfahrt wird das Flugzeug voraussichtlich bis Ende Jahr in der Kategorie «Experimental» zulassen. So dürfte «Jarryd» im kommenden Frühling zum Erstflug abheben – leise und sauber wie die Elektrobusse, die ABB elektrifiziert.

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