Lernen mit kickenden Robotern

Sonderpädagogik mit Schwerpunkt Musik oder Informationstechnik? Unterschiedlicher können Studienfächer kaum sein. Rebekka Litzelmann hat sich für letzteres entschieden, trotz ihrer Leidenschaft für Musik, und ist sehr glücklich mit ihrer Wahl. Derzeit kümmert sie sich als Associate Technical Consultant bei ABB um lokale Produkte und die Anwendung neuer Technologien im Kraftwerksbereich. Ihr duales Studium hat dafür gute Grundlagen gelegt – und auch ihre Beschäftigung mit Fußballrobotern.

Eine zylinderförmige, etwa 17 Zentimeter hohe Box rast übers Spielfeld, zielt auf den Ball, zack und Schuss – die Treffsicherheit der Fußballroboter beim RoboCup überzeugt. Bei dem Turnier treten einmal jährlich Teams aus der ganzen Welt gegeneinander an. Mit künstlicher Intelligenz ausgestattet, bestreiten die kickenden Roboter völlig selbstständig das Spiel.

Während ihres dualen Studiums der Informationstechnik bei ABB in Mannheim hat Rebekka Litzelmann mehrere Male mit ihrer Hochschulgruppe an den Wettkämpfen teilgenommen. In Sydney schaffte es das Team in der Small Size League auf den vierten Platz, in Montréal auf den dritten. „Die Fußballroboter waren ein Hobby während meiner Studienzeit. Es war eine tolle Erfahrung; ich habe viel gelernt über Programmierung sowie über Hard- und Software“, sagt die 23-Jährige.

Praktische Erfahrung von Anfang an

Nach ihrem Abitur hatte sich Rebekka Litzelmann zwar für ein Studium der Sonderpädagogik beworben, doch ihr Interesse an IT hat überwogen: „Ich wollte etwas Neues lernen und mich im IT-Bereich auskennen.“ Da sie in der Schule keinen Informatikunterricht hatte, war es ihr wichtig, neben der Theorie von Anfang an auch praktische Erfahrung zu sammeln. „Deshalb habe ich Ausschau nach einem dualen Studium gehalten“, erzählt Rebekka Litzelmann, die in Essingen im Ostalbkreis aufgewachsen ist. Das war die richtige Entscheidung: „Die Lernkurve bei ABB war enorm.“ Zudem hat sie jede Gelegenheit genutzt, ihr theoretisches Wissen anzuwenden, nicht nur bei der Fußballroboter-Gruppe, sondern beispielsweise auch bei einem Hackathon, an dem sie 2018 gemeinsam mit anderen ABB-Mitarbeitenden teilgenommen und gewonnen hat.

Begeistert für IT: Rebekka Litzelmann arbeitet als Associate Technical Consultant bei ABB in Mannheim.
Begeistert für IT: Rebekka Litzelmann arbeitet als Associate Technical Consultant bei ABB in Mannheim.

Seit Oktober 2020 arbeitet Rebekka Litzelmann als Associate Technical Consultant in der Abteilung Local Solutions & Technology, die sich um Migrations-Lösungen, Lokale Softwareprodukte und neue Technologien kümmert. Ihr aktuelles Aufgabengebiet findet sie sehr abwechslungsreich: Sie fungiert als Schnittstelle zwischen Ansprechpartnern aus dem Service und der Entwicklung und betreut kleinere Projekte. Beispielsweise kümmert sie sich um das Produktmanagement für Software zur Steuerung oder zum Engineering einer Anlage oder darum, eine moderne Diagnose-Anwendung für Anlagen auf den Markt zu bringen. Dazu arbeitet sie eng mit den Entwicklern, aber auch mit dem Vertrieb zusammen. Ihre Kenntnisse aus dem Studium helfen ihr dabei, die technischen Probleme zu verstehen und Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Ihr Wissen gibt sie auch gerne weiter, etwa wenn sie Studierende in der Abteilung betreut.

Singen als Ausgleich

Darüber hinaus engagiert sich die junge Frau derzeit als Vorsitzende der Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) von ABB Mannheim und Ladenburg. Dennoch überlegt sie, demnächst einen Master oder einen MBA auf ihr Studium draufzusatteln. Der Zeitaufwand schreckt sie nicht: „Ich lerne gerne dazu.“ Damit sie dafür den Kopf frei hat, geht sie klettern oder bouldern. Für ihre musikalische Leidenschaft – zu Schulzeiten hat sie Klavier, Gitarre, verschiedene Flöten und Posaune gespielt – hat sie kaum noch Gelegenheit. Doch seit neuestem singt Rebekka Litzelmann im Jungen Kammerchor Mannheim: „Das ist ein guter Ausgleich zur Technik.“

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