«Natürlich wirkt sie sich auf den Mobilitätssektor aus» – Alejandro Agag über den Einfluss der ABB Formel E

«Natürlich wirkt sie sich auf den Mobilitätssektor aus» – Alejandro Agag über den Einfluss der ABB Formel E

  • In jüngster Folge von ABB Decoded schildert Gründer und Vorsitzender der Formel E, wie der Sport seine Erwartungen übertroffen hat
  • Agag erörtert den Einfluss der Meisterschaft auf Akzeptanz von Elektrofahrzeugen
  • Weitere Themen sind technische Fortschritte und Agags Ansichten zu künftigen Entwicklungen

In der jüngsten Folge von ABB Decoded, dem Podcast mit Schwerpunkt auf Technologien, kommt Alejandro Agag zu Wort, der als treibende Kraft hinter der Gründung der ersten internationalen vollelektrischen Einsitzer-Rennserie der Welt gilt – der ABB Formel E.

Der Gründer der ABB FIA Formel E-Weltmeisterschaft war zunächst in der Politik tätig, bevor er sich dem Motorsport zuwandte. Heute tritt er leidenschaftlich für Elektromobilität und die Vorteile für das Klima ein, die durch Fortschritte im Bereich nachhaltiger Technologien erzielt werden können. In seiner Funktion als Vorsitzender der Formel E-Weltmeisterschaft, deren Titelpartnerin ABB seit 2018 ist, übernimmt Agag eine Schlüsselrolle, um das Unternehmen auf seinem Weg in eine bessere, sauberere Zukunft voranzubringen. Für die Umsetzung dieses Ziels wartet er mit vielen neuen Ideen auf.

Erwartungen übertroffen

«Wenn ich an die Anfänge zurückdenke und sehe, wo wir heute stehen, dann wurden alle Erwartungen übertroffen. Sowohl in Bezug auf die Technologie als auch auf ihre Auswirkungen habe ich mir eine solche Entwicklung nicht vorstellen können. Ich glaube, für uns war es genau der richtige Zeitpunkt und die richtige Idee. Deshalb sind wir immer noch da. Hätte man sich vor 20 oder 30 Jahren für Elektroautos stark gemacht, wäre diese Meisterschaft nach ein paar Monaten erledigt gewesen. Aber wir kamen zum richtigen Zeitpunkt, kurz vor der grossen Elektrifizierungswelle in der Automobilindustrie, die sich bereits abzeichnete.»

Alejandro Agag
Alejandro Agag

«Es gab viele schwierige Zeiten, und in den ersten Jahren waren die Verhältnisse sehr unbeständig. Aber jetzt hat sich die Lage stabilisiert und wir können für die Zukunft planen. Wir haben noch reichlich Potenzial, können noch wachsen und haben wichtige Aufgaben zu erfüllen, insbesondere im Hinblick auf die Reichweite und den Einfluss der Meisterschaft.»

«Aber wir können mit dem Erreichten sehr zufrieden sein. Ich glaube nicht, dass irgendeine andere Meisterschaft auf der Welt nach der siebten Saison an dem Punkt war, an dem die ABB FIA Formel E-Weltmeisterschaft heute steht.»

Die Grenzen des technisch Machbaren verschieben

Kürzlich wurde beim E-Prix von Monaco die nächste Fahrzeuggeneration für die Formel E – die Gen3 – vorgestellt. Sie steht für Höchstleistung und Nachhaltigkeit in der EV-Technologie.

«Es wird immer viel davon geredet, dass der Motorsport ein Forschungslabor für neue Technologien sei. Aber man braucht solche Momente wie die Einführung der Gen3-Rennwagen, um zu erkennen, dass das stimmt und dass man wirklich gerade einen technologischen Durchbruch erzielt. Das Gen3-Auto spielt im Vergleich zum Gen1-Fahrzeug in einer ganz anderen Liga. Der Gen1-Rennwagen konnte nicht einmal die gesamte Renndistanz absolvieren und hatte eine Leistung von 150 Kilowatt. Der neue Bolide wird über eine Leistung von 350 Kilowatt verfügen. Der Leistungssprung ist enorm, und zudem ist der Wagen leichter geworden. Der Fortschritt in der Technologie, den wir in nur wenigen Jahren erreicht haben, ist unglaublich. Die ABB Formel E-Meisterschaft ist also tatsächlich ein Forschungslabor – eine Plattform für die Entwicklung neuer Technologien für Elektrofahrzeuge. Wir haben wirklich viel erreicht.»

Und die Formel E blickt bereits in Richtung Gen4, nachdem die Championship-Organisatoren und Teams beim E-Prix in Monaco gemeinsam über ihre Pläne gesprochen haben.

«Gen3 ist ein grosser Fortschritt, aber noch immer nicht perfekt. Ich denke, mit Gen4 wird es einen gewaltigen Leistungssprung geben, und wir werden uns mit Dingen auseinandersetzen, mit denen wir uns bisher noch nicht befasst haben. Denkbar wäre zum Beispiel etwas im Bereich der Batterie oder bestimmte Freiheiten bei der Gestaltung des Fahrzeugs, ohne dabei die Aerodynamik zu beeinträchtigen. Ich denke, dass Gen4 der Schritt auf dem Weg zu den schnellsten Rennwagen der Welt ist und dass Gen5-Autos dann Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor übertreffen werden.»

Förderung der Elektromobilität

«Die Meisterschaft hat sich definitiv auf den Mobilitätssektor ausgewirkt – sie ist da, man kann sie sehen, man kann sie beobachten. Und daran erinnert sich der Verbraucher, wenn er ein Auto kauft und sich zwischen einem Elektrofahrzeug und einem Verbrenner entscheiden muss. Die Championship bietet gewaltiges Potenzial, um die Elektromobilität zu fördern, und wir können noch viel mehr erreichen.»

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«Nur wenige Menschen wissen, dass ich gerne schreibe. Wenn ich etwas anderes machen müsste, würde ich wahrscheinlich Science-Fiction-Bücher schreiben. Wenn Sie Science-Fiction-Bücher aus den 50er und 60er Jahren lesen, stellen Sie fest, dass vieles davon heute Realität ist. Science-Fiction enthält viele interessante Ideen und Denkanstösse, die wir heute umsetzen können.»

Ist Alejandro also der Meinung, dass er seine Erfolge in der Formel E der Science-Fiction zu verdanken hat?

«Das kann gut sein, weil Science-Fiction dazu beiträgt, aus eingefahrenen Denkmustern auszubrechen. Man bleibt nicht innerhalb der Grenzen der Realität, sondern kann diese Grenzen mit Science-Fiction überwinden und Dinge ausprobieren, die nicht zum normalen Alltag gehören.»

Diese Folge von ABB Decoded wird einen Tag vor dem Jakarta E-Prix veröffentlicht, dem ersten Rennen der Meisterschaft in Indonesien. Vor der Kulisse der Bucht von Jakarta treten die 22 Fahrer auf einem eigens für diesen Zweck gebauten Kurs von 2,37 Kilometern Länge gegeneinander an. Mit 18 Kurven und einer langen und schnellen Start-/Zielgeraden wartet der Parcours mit dem Besten auf, was Strassenrennen zu bieten haben.

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