Netze BW versorgt über sein Netz 4,6 Millionen Einwohner im Südwesten Deutschlands mit Strom, darunter auch die Mittelspannungsanlage in Trochtelfingen. Acht der 31 dort untergebrachten Schaltanlagen verwenden nun die innovative, ökoeffiziente AirPlus-Formel von ABB. Das AirPlus wird aus einem Fluorketongasgemisch gewonnen und weist im Vergleich zum herkömmlichen SF6, einem starken Treibhausgas, ein vernachlässigbares Treibhauspotenzial (GWP <1) auf.

Marcel Engel, Netze BW Experte für Netzentwicklung, sagte: "Wir freuen uns, der erste Nutzer von AirPlus in Deutschland zu sein und die Möglichkeit zu haben, diese Pilotanlage in Zusammenarbeit mit ABB zu bauen, in der wir sowohl weitere Erfahrungen als auch wichtige Daten für den zukünftigen Betrieb sammeln können. Wir setzen seit Jahrzehnten erfolgreich SF6-gasisolierte Schaltanlagen ein und gehen selbstverständlich mit äußerster Sorgfalt und Präzision mit dem Gas um. Die Einführung der AirPlus-Technologie wurde begrüßt, da sich die Konstruktion der Schaltanlagen kaum unterscheidet."
Die ersten Rückmeldungen auf das AirPlus-Forschungsprojekt waren äußerst positiv, und auch die Kunden von Netze BW reagierten positiv auf die Entscheidung, ökoeffiziente Technologien einzusetzen.
Der Geschäftsführer Technik der Netze BW, Dr. Martin Konermann, kommentiert: "Wir legen großen Wert auf eine umweltverträgliche Versorgung mit Strom, Gas und Wasser und bringen so viel erneuerbare Energie wie möglich ins Netz, um die Verpflichtung Deutschlands zu unterstützen, bis 2050 weitgehend treibhausgasneutral zu werden. Wir versuchen auch, technologische Innovationen bei klassischen Elektrogeräten einzusetzen.
"Wir sind froh, dass wir diese Betriebsphase mit ABB haben, in der wir die Zuverlässigkeit dieses alternativen Fluoroketongases beweisen können. Wenn wir positive Ergebnisse sehen, und die ersten Anzeichen sind gut, werden wir in der Lage sein, alle Mittelspannungs-schaltanlagen von SF6 auf dieses alternative Gas umzustellen, so dass wir schließlich eine SF6-freie Stromverteilung für das gesamte Netz anbieten können."
Netze BW setzt die ZX2 AirPlus-Schaltanlage ein, die für die primäre Energieverteilung konzipiert wurde und die Zuverlässigkeit, Effizienz und Sicherheit des Netzes gewährleistet. Die kompakte ZX2 ist in einer IEC-Bewertung bis 36 kV, mit 31,5 kA Kurzschluss und 2.000 A Nennstrom erhältlich. Sie verfügt über individuelle Gasabteile für den Leistungsschalter und die Sammelschienen, entweder für Einzel- oder Doppelsammelschienenanwendungen.
Die AirPlus-Reihe umfasst auch die sekundäre SafeRing-Ringverteilereinheit (RMU) von ABB, die in IEC-Nennwerten bis 24 kV mit 16 kA Kurzschluss und 630 A Nennstrom erhältlich ist. Der AirPlus SafeRing wurde im Sommer 2016 eingeführt und stellt einen technologischen Durchbruch für eine RMU auf diesem Spannungsniveau dar.
Bruno Melles, Geschäftsführer des Geschäftsbereichs Mittelspannung von ABB, sagte: "Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit Netze BW, das sich den Ruf erworben hat, bei bahnbrechenden Technologien an vorderster Front zu stehen und in Lösungen zu investieren, die die Vision von ABB für eine grünere Welt unterstützen."