Schwefelhexafluorid (SF6) ist ein synthetisches Gas, das in Mittelspannungsschaltanlagen zur Isolierung und Lichtbogenlöschung eingesetzt wird. Es besitzt ein extrem hohes Treibhauspotenzial (GWP) – 24.300-mal höher als CO₂ – und trägt damit erheblich zum Klimawandel bei, wenn es nicht ordnungsgemäß gehandhabt wird.
Nach der EU-Verordnung (EU) 2024/573 werden SF6 und andere fluorierte Gase in elektrischen Schaltanlagen schrittweise verboten. Die F-Gas-Verordnung untersagt den Einsatz von SF₆ in neuen Mittelspannungsanlagen bis 24 kV ab dem 1. Januar 2026 und bis 52 kV ab 2030. Ziel der EU-F-Gas-Verordnung, die in allen Mitgliedstaaten gilt, ist es, die Emissionen dieser besonders schädlichen Treibhausgase – einschließlich SF6 – bis 2030 um zwei Drittel gegenüber dem Niveau von 2014 zu senken.
Auch der US-Bundesstaat Kalifornien hat ein ähnliches Verbot eingeführt und beginnt 2025 mit dem Ausstieg aus SF6 in gasisolierten Anlagen. Das Vereinigte Königreich arbeitet ebenfalls an vergleichbarer F-Gas-Gesetzgebung.