ABB Deutschland: Neuausrichtung erfolgreich vorangetrieben

Geschäftsjahr 2019 mit starkem Wachstum in den Bereichen Antriebstechnik und Elektrifizierung

Die deutsche ABB verzeichnete im Geschäftsjahr 2019 trotz einer schwächelnden Konjunktur einen stabilen Auftragseingang und Umsatz. Das Unternehmen profitierte vor allem von der sehr guten Geschäftsentwicklung in den Bereichen Antriebstechnik und Elektrifizierung. 2019 war außerdem geprägt von zwei Transformationsprojekten, der Einführung einer neuen Organisationsstruktur mit vier Geschäftsbereichen und der Ausgliederung des Stromnetzgeschäfts, und damit der erfolgreichen Neuausrichtung zum Technologieführer für die digitale Transformation der Industrie.

Der Auftragseingang stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1 Prozent auf 2,82 Mrd. Euro*. Die Steigerung betraf dabei vor allem das Inlandsgeschäft, das um 9 Prozent wuchs. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozent auf 2,81 Mrd. Euro zu. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibung (Operational EBITA) war stabil und betrug 210 (2018: 212) Mio. Euro. Am 31. Dezember beschäftigte ABB Deutschland rund 8.500 Mitarbeiter.

„Die deutsche ABB hat 2019 vor dem Hintergrund schwächelnder Märkte und tiefgreifender Transformationsprozesse ein robustes Ergebnis erzielt. Besonders positiv entwickelte sich das Geschäft mit unseren langjährigen Kunden. Unsere neue Organisationsstruktur, die ABB stärker und agiler macht, wird zu noch mehr Kundennähe führen und uns helfen, unsere starke Führungsrolle bei der digitalen Transformation der Industrie weiter auszubauen“, so Hans-Georg Krabbe, Vorstandsvorsitzender der ABB AG, Mannheim.

„Die Situation rund um die Corona-Krise, die 2020 auch in Deutschland unser aller Leben und Arbeitsweise verändert, beobachtet ABB aufmerksam. Dabei haben die Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitern, Kunden und Partnern für uns oberste Priorität. Wir haben zügig reagiert und an allen unseren Standorten Maßnahmen umgesetzt, die wir laufend an die Richtlinien und Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und der Weltgesundheitsorganisation WHO anpassen.“

Veränderungen im Vorstand angekündigt

Der Vorstandsvorsitzende Hans-Georg Krabbe wird im gegenseitigen Einvernehmen zum 31.12.2020 aus dem Vorstand und bei ABB ausscheiden. Er hat in seiner 13-jährigen Tätigkeit im Vorstand die positive Entwicklung der deutschen ABB stetig vorangetrieben – insbesondere mit dem starken Ausbau des Inlandsgeschäfts und der nunmehr abgeschlossenen Transformation im Rahmen der ABB-Neuausrichtung. Der Aufsichtsrat von ABB Deutschland dankt Krabbe auch im Namen der Mitarbeiter für seine langjährige erfolgreiche, hervorragende Arbeit und wünscht ihm für seine Zukunft alles Gute. Über seine Nachfolge wird der Aufsichtsrat zu gegebener Zeit entscheiden.

Bedeutende Fortschritte bei der Transformation

Im Jahresverlauf 2019 wurde die bisherige Organisationsstruktur aufgelöst und ABB erfolgreich in ein einfacheres, straff organisiertes Unternehmen neu ausgerichtet. Im Zuge dessen wurden die vier neuen Geschäftsbereiche Elektrifizierung, Industrieautomation, Antriebstechnik sowie Robotik & Fertigungsautomation eigenständiger aufgestellt.

Parallel hierzu wurde auch in Deutschland mit der Ausgliederung des Stromnetzgeschäfts an Hitachi ein weiteres Veränderungsprojekt durchgeführt. Im Rahmen dessen wurden in den vergangenen Monaten die rechtlichen Strukturen geschaffen und die dafür notwendigen Funktionen für das neue Unternehmen aufgebaut.

Antriebstechnik und Elektrifizierung mit starker Entwicklung

Besonders erfreulich entwickelte sich im Berichtszeitraum 2019 der Geschäftsbereich Antriebstechnik. Der Auftragseingang lag mit 351 Mio. Euro 25 Prozent über dem Vorjahr, während der Umsatz um 12 Prozent auf 315 Mio. Euro zulegte. Der Geschäftsbereich profitierte vor allem von mehreren großen Aufträgen im Bereich Bahntechnik, zum Beispiel vom Schienenfahrzeughersteller Stadler.

Die Entwicklung des Auftragseingangs im Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation war durch die Investitionszurückhaltung im Automobilsektor und im Maschinenbau gekennzeichnet. Er sank um acht Prozent auf 532 Mio. Euro. Der Umsatz stieg um 1 Prozent auf 539 Mio. Euro.

Im Geschäftsbereich Industrieautomation waren sowohl Auftragseingang als auch Umsatz insgesamt stabil. Der Auftragseingang belief sich auf 522 Mio. Euro, der Umsatz auf 509 Mio. Euro, jeweils minus 1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wichtige Impulse für die Geschäftsentwicklung gab das Servicegeschäft.

Der mit Abstand größte Geschäftsbereich Elektrifizierung verbuchte 2019 beim Auftragseingang einen Zuwachs von 6 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro. Der Umsatz wuchs ebenfalls um 6 Prozent und betrug 1,48 Mrd. Euro. Die positive Geschäftsentwicklung ist vor allem auf die gestiegene Nachfrage nach Lösungen für intelligente, digital vernetze Wohnhäuser (Smart Homes) und Zweckgebäude (Smart Buildings) sowie nach digitalen Technologien für den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge zurückzuführen. ABB ist zudem weltweit führender Anbieter von Schnellladelösungen für E-Fahrzeuge und hat bisher über 13.000 Gleichstrom-Schnellladestationen in mehr als 80 Ländern verkauft.

Engagement für Nachhaltigkeit

ABB unterstützt jedoch nicht nur Kunden im Bereich Elektromobilität darin, energieeffizienter, ressourcenschonender und nachhaltiger zu werden. Der ABB-Konzern hat 57 Prozent seines Gesamtumsatzes 2019 mit ökoeffizienten Produkten, Lösungen und Dienstleistungen für smarte Städte, Industrien und Verkehrssysteme erzielt, wie aus dem kürzlich veröffentlichten globalen Nachhaltigkeitsbericht hervorgeht. Dieses Portfolio leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und zur Schonung von nicht erneuerbaren Ressourcen. Das Unternehmen ist auf dem besten Weg, die geplanten 60 Prozent des Umsatzes bis Ende 2020 zu erreichen. Zu den Lösungen gehören beispielsweise digitale Angebote für Gebäude und Infrastruktur, saubere Energie, Mobilitätssysteme und Energieeffizienz.

ABB möchte auf lange Sicht CO2-neutral werden. Der erste nahezu klimaneutrale Produktionsstandort bei der ABB-Tochter Busch-Jaeger in Lüdenscheid, der Mitte letzten Jahres eröffnet wurde, zeigt wie die Industrie wirklich nachhaltig gemacht werden kann. Der Geschäftsbereich Elektrifizierung verfolgt mit der „Mission to Zero“ die Vision einer energieautarken und CO2-neutralen Industrieproduktion. Dafür werden erneuerbare Energien mit vernetzten, skalierbaren Energiemanagementlösungen verknüpft. Der Standort wird auf diese Weise jedes Jahr rund 630 Tonnen CO2 einsparen.

ABB unterstreicht ihr Engagement für Nachhaltigkeit auch weiterhin als Titelpartner der ABB FIA Formel E Meisterschaft, der weltweit ersten vollelektrischen internationalen FIA-Rennserie. Bei dieser Partnerschaft geht es um mehr als Autorennen: Ziel ist es, die Entwicklung und Einführung intelligenter E-Mobilitätslösungen im Interesse einer nachhaltigeren Zukunft zügig voranzutreiben. Die Rennen dienen dabei dazu, neue Technologien zu testen. So kam die Schnellladetechnik von ABB in der Saison 2019 erstmals im Motorsport in der neuen Jaguar I-Pace eTrophy – der ersten rein elektrischen Rennserie für Serienfahrzeuge – zum Einsatz, die begleitend auch beim Rennen in Berlin stattfand.

Soziale Verantwortung als Teil der Unternehmenskultur

ABB ist sich auch ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst – soziale Verantwortung ist fester Bestandteil der Unternehmenskultur. ABB Deutschland ist bereits seit 20 Jahren aktiver Sponsor der Special Olympics Deutschland, die deutsche Organisation der weltweit größten Breitensportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung. In dieser Zeit haben über 3.000 freiwillige ABB-Helfer die Organisation der Wettkämpfe unterstützt. Bei den Nationalen Spielen in Berchtesgaden, die vor einigen Wochen stattfanden, brachten sich 100 Mitarbeiter des Unternehmens ein.

Neue Formen der Zusammenarbeit mit Kunden

2019 wurde in Ladenburg das erste von drei ABB Ability™ Customer Experience (ACE) Centern der ABB-Welt eröffnet. In den ACE-Centern arbeiten ABB-Experten bereichsübergreifend gemeinsam mit Kunden an digitalen Lösungen. Ziel ist es, den individuellen Bedürfnissen der Kunden noch besser zu entsprechen. Großkonzerne, mittelständische Unternehmen, Lieferanten und Start-ups entwickeln so gemeinsam mit ABB neue Geschäftsideen zur Ladeinfrastruktur, Fabrik der Zukunft, Prozessautomatisierung, zu Smart Buildings oder Smart Cities.

Nicht nur das ACE, auch der 2019 durchgeführte Start-up-Accelerator zeigt, dass ABB das Potenzial von neuen Formen der Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern erkannt hat. Mit dem Accelerator, der 2019 erstmals gestartet wurde, treibt das Unternehmen die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Industrie voran. Letztes Jahr arbeiteten sieben Start-ups aus Europa gemeinsam mit ABB-Experten an Lösungen. Der Gewinner entwickelte ein Tool für KI-basierte Energieprognosen für Wind, Sonne und Verbrauch sowie Entscheidungshilfen für den Stromhandel und die Anlagenoptimierung. Eine Lösung, die beim „Mission to Zero“-Projekt am Standort Lüdenscheid bereits zum Einsatz kommt.

* alle Zahlenangaben ohne Geschäftsbereich Stromnetze und nach US-GAAP

Über ABB Deutschland

ABB (ABBN: SIX Swiss Ex) ist ein Technologieführer bei der digitalen Transformation von Industrien. Aufbauend auf einer über 130-jährigen, durch Innovationen geprägten Geschichte, hat ABB vier kundenorientierte, weltweit führende Geschäftsbereiche: Elektrifizierung, Industrieautomation, Antriebstechnik und Robotik & Fertigungsautomation, die durch die Digitalplattform ABB Ability™ unterstützt werden. Das Stromnetzgeschäft von ABB wird 2020 an Hitachi verkauft. ABB ist in mehr als 100 Ländern tätig und beschäftigt etwa 144.000 Mitarbeiter. www.abb.de

Ein Foto von Hans-Georg Krabbe finden Sie hier.

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