Ergebnis des 1. Quartals 2020

COVID-19 belastet Ergebnis und Ausblick

  • Auftragseingang -4% auf 7,3 Milliarden US-Dollar, auf vergleichbarer Basis +1%
  • Umsatz -9% auf 6,2 Milliarden US-Dollar, auf vergleichbarer Basis -7%
  • Ergebnis der Geschäftstätigkeit 373 Millionen US-Dollar, Marge bei 6,0%
  • Operatives EBITA1 636 Millionen US-Dollar, Marge1 bei 10,2% einschliesslich Belastung von 30 Basispunkten durch Stranded Costs
  • Konzerngewinn -30% auf 376 Millionen US-Dollar
  • Unverwässerter Gewinn je Aktie -30% auf 0,18 US-Dollar, operativer Gewinn je Aktie1 -2% auf 0,30 US-Dollar
  • Cashflow aus Geschäftstätigkeit von -577 Millionen US-Dollar

„Die COVID-19-Pandemie hat unser Ergebnis im ersten Quartal belastet und in allen Geschäftsbereichen den Umsatz und die operativen Margen beeinträchtigt. Das Auftragswachstum setzte sich jedoch fort. Wir tun unser Möglichstes, um die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden zu gewährleisten. Gleichzeitig halten wir unseren Geschäftsbetrieb aufrecht, arbeiten weiter eng mit unseren Kunden zusammen und investieren weiter langfristig in Forschung und Entwicklung“, sagte Björn Rosengren, CEO von ABB.

„Wir gehen davon aus, dass das Geschäft von ABB im zweiten Quartal durch die Ausgangssperren in vielen Teilen der Welt erheblich beeinträchtigt wird. Daher werden wir uns verstärkt darauf fokussieren, die Kosten konsequent zu kontrollieren und die Liquidität zu sichern. Zugleich treiben wir die Dezentralisierung des Konzerns voran und halten an unserem Ziel fest, den Verkauf der Stromnetzsparte bis Ende des zweiten Quartals abzuschliessen.“

DIE WICHTIGSTEN KENNZAHLEN

VERÄNDERUNG

(In Mio. USD, falls nicht anders angegeben)

Q1 2020

Q1 2019

USD

Vergleichbare Basis

Auftragseingang

7 346

7 613

-4%

+1%

Umsatz

6 216

6 847

-9%

-7%

Ergebnis der Geschäftstätigkeit

373

590

-37%

Operatives EBITA1

636

766

-17%

-16%

In % des operativen Umsatzes

10,2

11,2

-1,0pts

Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten, nach Steuern

326

415

-21%

Auf ABB entfallender Konzerngewinn

376

535

-30%

Unverwässerter Gewinn je Aktie (USD)

0,18

0,25

-30%2

Operativer Gewinn je Aktie (USD)1

0,30

0,30

-2%2

-1%2

Cashflow aus Geschäftstätigkeit

(577)

(256)

-125%

Am 17. Dezember 2018 gab ABB den Abschluss einer Vereinbarung über den Verkauf ihres Stromnetzgeschäfts bekannt. Infolgedessen werden die Ergebnisse des Stromnetzgeschäfts als nichtfortgeführte Aktivitäten ausgewiesen.

Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie hat sich der Auftragseingang im ersten Quartal robust entwickelt, wobei die Geschäftsbereiche Antriebstechnik und Industrieautomation von bedeutenden Grossaufträgen profitierten. Der Umsatz ging jedoch in allen Geschäftsbereichen zurück, da die Produktnachfrage infolge der Pandemie zuerst in China und dann auch in anderen Teilen der Welt nachgab. Zusätzlich wurden Systeminstallationen und Servicetätigkeiten durch Mobilitätseinschränkungen beeinträchtigt. Diese Entwicklungen drückten in allen Geschäftsbereichen auf die operativen Margen, zumal gewisse Kosten für die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs zwingend notwendig sind.

Auftragseingang

Der Auftragseingang ging im Berichtsquartal gegenüber der Vorjahresperiode um 4 Prozent zurück (Anstieg um 1 Prozent auf vergleichbarer Basis). Effekte aus der Währungsumrechnung wirkten sich mit 3 Prozent negativ aus. Portfolioveränderungen führten zu einem negativen Nettoeffekt von 2 Prozent. Der Auftragsbestand lag zum Ende des Quartals 1 Prozent tiefer (Anstieg um 8 Prozent auf vergleichbarer Basis).

Überblick der Regionen

  • In Europa legte der Auftragseingang gestützt auf Grossaufträge um 1 Prozent zu (5 Prozent auf vergleichbarer Basis). Dabei zeigte sich ein uneinheitliches Bild in den einzelnen Ländern. Während Schweden, Norwegen, die Niederlande und Grossbritannien einen starken Auftragseingang erzielten, gingen die Aufträge in Ländern, die bereits früher von COVID-19 betroffen waren gegenüber dem Vorjahresquartal zurück. Dazu gehörten Deutschland, die Schweiz, Italien und Spanien. In Deutschland sank der Auftragseingang um 7 Prozent (4 Prozent auf vergleichbarer Basis).
  • Auf dem amerikanischen Kontinent blieb der Auftragseingang aufgrund des späteren Ausbruchs von COVID-19 stabil (Anstieg um 2 Prozent auf vergleichbarer Basis). In den USA stieg der Auftragseingang um 2 Prozent (2 Prozent auf vergleichbarer Basis).
  • In der Region Asien, Naher Osten und Afrika (AMEA) gab der Auftragseingang um 12 Prozent nach (7 Prozent auf vergleichbarer Basis). Indien, Südkorea, Thailand und Indonesien wiesen eine gute Auftragsentwicklung aus, während sich die Aufträge in Australien, Singapur und Japan verringerten. In China, wo COVID-19 sich zuerst auswirkte, sank der Auftragseingang um 21 Prozent (16 Prozent auf vergleichbarer Basis).

Überblick über Absatzmärkte

  • In der Fertigungsindustrie waren die Aufträge in den meisten Absatzmärkten tiefer und gingen insbesondere in der Automobil und Automobilzulieferindustrie erheblich zurück.
  • In der Prozessindustrie verzeichnete ABB eine solide Nachfrage von Kunden aus dem Bergbausektor und der Papier- und Zellstoffindustrie. Im nichtkonventionellen Öl- und Gassektor und im Segment der konventionellen Stromerzeugung hielt das schwache Nachfrageniveau an.
  • Im Verkehrs- und Infrastruktursektor war die Investitionstätigkeit robust, mit kräftigen Zuwächsen in den Segmenten Häfen, Bahn sowie Wasser & Abwasser und gutem Auftragswachstum bei Energieverteilerunternehmen.
  • Im Haus- und Gebäudesektor liess die Aktivität nach, da Bauunternehmen aufgrund von Quarantänemassnahmen zunehmend in ihrer Tätigkeit eingeschränkt waren.

Umsatz

Der Umsatz verringerte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 9 Prozent (7 Prozent auf vergleichbarer Basis). Effekte aus der Währungsumrechnung wirkten sich mit 1 Prozent negativ aus. Portfolioänderungen führten ebenfalls zu einem negativen Nettoeffekt von 1 Prozent. Das Book-to-Bill-Verhältnis betrug im Berichtsquartal 1,18x1, gegenüber 1,11x in der Vorjahresperiode.

Ergebnis der Geschäftstätigkeit und operatives EBITA

Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit sank um 37 Prozent auf 373 Millionen US-Dollar. Das Ergebnis beinhaltet nicht-operative Posten von insgesamt 263 Millionen US-Dollar, darunter akquisitionsbedingte Abschreibungen von 65 Millionen US-Dollar sowie ein Nettoverlust von 80 Millionen US-Dollar aus zeitlichen Bewertungsdifferenzen bei Rohstoffen und Devisen. Ebenfalls enthalten sind Restrukturierungskosten für das Vereinfachungsprogramm ABB-OS sowie Transaktions- und Separationskosten im Zusammenhang mit der Ausgliederung des Stromnetzgeschäfts und Solarwechselrichtergeschäfts.

Das operative EBITA1 sank um 17 Prozent (16 Prozent in Lokalwährungen) auf 636 Millionen US-Dollar. Die operative EBITA-Marge1 ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um 100 Basispunkte auf 10,2 Prozent zurück. Alle Geschäftsbereiche wiesen geringere Margen aus als in der Vorjahresperiode. Dies wurde durch Verbesserungen bei Konzernaufwand & Sonstiges teilweise kompensiert, hauptsächlich aufgrund rückläufiger Kosten im Nichtkerngeschäft und Stranded Costs. In Konzernaufwand & Sonstiges sind Stranded Costs in Höhe von 21 Millionen US-Dollar enthalten.

Konzerngewinn und unverwässerter Gewinn je Aktie

Der Konzerngewinn aus fortgeführten Aktivitäten ging gegenüber dem Vorjahresquartal um 21 Prozent auf 326 Millionen US-Dollar zurück. Der Konzerngewinn aus nichtfortgeführten Aktivitäten sank auf 54 Millionen US-Dollar. Belastet wurden diese Aktivitäten durch den Transfer von Stranded Costs, fortlaufende Restrukturierungskosten und Nettoverluste aus zeitlichen Bewertungsdifferenzen bei Rohstoffen und Devisen.

Der auf ABB entfallende Konzerngewinn sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 30 Prozent2 auf 376 Millionen US-Dollar, der unverwässerte Gewinn je Aktie ging ebenfalls um 30 Prozent2 auf 0,18 US-Dollar zurück. Der effektive Steuersatz von ABB belief sich auf 19,5 Prozent und beinhaltete die positiven Effekte aus der Auflösung von steuerbezogenen Eventualverbindlichkeiten. Der operative Gewinn je Aktie gab im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2 Prozent2 auf 0,30 US-Dollar1 nach.

Cashflow aus Geschäftstätigkeit

Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit ging auf -577 Millionen US-Dollar zurück, gegenüber -256 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2019. In diesem Wert enthalten ist der gegenüber dem Vorjahr um 22 Millionen US-Dollar niedrigere Cashflow aus nichtfortgeführten Aktivitäten.

Der Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten wurde im Vergleich zum Vorjahr insbesondere durch zeitliche Unterschiede bei Bonuszahlungen für Mitarbeitende belastet, die in diesem Jahr im ersten Quartal und nicht wie 2019 im zweiten Quartal geleistet wurden. Auch das schwächere Ergebnis der Geschäftstätigkeit und die ungünstigeren Zeitpunkte von Steuerzahlungen wirkten sich nachteilig aus. Abgefedert wurde dies durch ein verbessertes Management des Umlaufvermögens, einschliesslich einer besseren Harmonisierung von Zahlungsbedingungen für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Das Nettoumlaufvermögen betrug zum Quartalsende 12,3 Prozent des Umsatzes.

Ergebnis der Geschäftsbereiche im 1. Quartal 2020

Elektrifizierung

DIE WICHTIGSTEN KENNZAHLEN

VERÄNDERUNG

(In Mio. USD, falls nicht anders angegeben)

Q1 2020

Q1 2019

USD

Vergleich-
bare Basis

Auftragseingang

3 121

3 363

-7%

-2%

Auftragsbestand

4 386

4 394

0%

+9%

Umsatz

2 773

3 057

-9%

-7%

Operatives EBITA1

318

377

-16%


In % des operativen Umsatzes

11,4%

12,4%

-1,0 pts


  • Die gedämpfte Nachfrage im kurzzyklischen Industriegeschäft und die rückläufige Nachfrage aus dem Haus- und Gebäudesektor belasteten den Auftragseingang. Einige Märkte wie Energieverteilerunternehmen und der Infrastruktursektor zeigten sich dagegen robust. Regional betrachtet, zogen die Aufträge auf vergleichbarer Basis in Europa leicht an, waren auf dem amerikanischen Kontinent verhalten und gingen in der AMEA-Region zurück, insbesondere in China.
  • Der Umsatz verringerte sich infolge eingeschränkter Projektaktivitäten und des rückläufigen Produktabsatzes aufgrund von Produktionsausfällen, vor allem in Asien.
  • Die Margen wurden durch niedrigere Absatzmengen und die schwache Performance in der Solarsparte belastet. Dies wurde durch die verbesserte Leistung bei Installationsprodukten und durch Kosteninitiativen teilweise kompensiert.

Industrieautomation

DIE WICHTIGSTEN KENNZAHLEN

VERÄNDERUNG

(In Mio. USD, falls nicht anders angegeben)

Q1 2020

Q1 2019

USD

Vergleich-bare Basis

Auftragseingang

1 757

1 666

+5%

+8%

Auftragsbestand

5 183

5 139

+1%

+6%

Umsatz

1 462

1 518

-4%

-1%

Operatives EBITA1

144

205

-30%


In % des operativen Umsatzes

9,7%

13,5%

-3,8 pts


  • Grossaufträge aus der Bergbauindustrie, der Papier- und Zellstoffindustrie und dem Hafensegment sorgten für eine gute Auftragsentwicklung im Geschäftsbereich Industrieautomation. Der Sektor der konventionellen Stromerzeugung blieb herausfordernd. Im Öl- und Gassektor, insbesondere im nichtkonventionellen Segment, schwächte sich der Auftragseingang ab. Die Aufträge legten in allen Regionen zu, angeführt von Europa.
  • Die vergleichbare Umsatzentwicklung spiegelt anhaltende Herausforderungen für Book-and-Bill-Aktivitäten und die zunehmenden Einschränkungen bei Projektinstallationen und Servicetätigkeiten wider.
  • Die Margen gaben nach, was auf den ungünstigen Geschäftsmix, Verzögerungen bei der Projektumsetzung und rückläufige Serviceaktivitäten infolge von Mobilitätseinschränkungen zurückzuführen ist.

Antriebstechnik

DIE WICHTIGSTEN KENNZAHLEN

VERÄNDERUNG

(In Mio. USD, falls nicht anders angegeben)

Q1 2020

Q1 2019

USD

Vergleich-bare Basis

Auftragseingang

1 901

1 800

+6%

+8%

Auftragsbestand

3 259

2 942

+11%

+15%

Umsatz

1 510

1 605

-6%

-4%

Operatives EBITA1

230

263

-13%


In % des operativen Umsatzes

15,3%

16,4%

-1,1 pts


  • Das kräftige Wachstum im langzyklischen Geschäft wurde vor allem durch Grossaufträge im Bahnsektor und für Wasseranwendungen angetrieben. Zusätzlich gewann der Bereich Aufträge von neuen OEM-Kunden. Zum Quartalsende zog der Auftragseingang in China stark an. Diese positiven Entwicklungen konnten die breite Verschlechterung der Nachfrage im kurzzyklischen Geschäft, vor allem nach Antrieben, ausgleichen. In Europa und der AMEA-Region legten die Aufträge zu, während sie auf dem amerikanischen Kontinent stabil blieben.
  • Der Umsatz spiegelt das schwächere Book-and-Bill-Geschäft und die Verschiebung von Lieferungen infolge der Schliessung von Kundenstandorten wider.
  • Die Margen gingen aufgrund geringerer Absatzmengen und höherer Logistikkosten zurück, was durch Kostendämpfungsmassnahmen teilweise kompensiert wurde.

Robotik & Fertigungsautomation

DIE WICHTIGSTEN KENNZAHLEN

VERÄNDERUNG

(In Mio. USD, falls nicht anders angegeben)

Q1 2020

Q1 2019

USD

Vergleich-bare Basis

Auftragseingang

811

967

-16%

-14%

Auftragsbestand

1 454

1 556

-7%

-2%

Umsatz

671

851

-21%

-19%

Operatives EBITA1

59

95

-38%


In % des operativen Umsatzes

8,8%

11,2%

-2,4 pts


  • Die Auftragsentwicklung für Robotik spiegelt die anhaltende Verschlechterung in der Automobil- und Zulieferindustrie und die Abschwächung in der allgemeinen Industrie und im 3C-Sektor wider. Die Maschinenautomation verzeichnete ein starkes Wachstum, gestützt auf frühere Entwicklungsaufträge und Vorratsbildung auf Kundenseite.
  • Auf dem amerikanischen Kontinent legten die Aufträge kräftig zu. In Europa war der Auftragseingang dagegen schwach und in der AMEA-Region rückläufig.
  • Der Umsatz wurde von der abnehmenden Nachfrage beeinträchtigt, insbesondere im System- und Servicegeschäft. In China verschärfte sich die Situation zusätzlich durch Ausgangssperren infolge von COVID-19.
  • Der Margenrückgang ist hauptsächlich auf rückläufige Absatzmengen zurückzuführen und konnte durch Kosteneinsparungen teilweise abgefedert werden.

Konzernaufwand & Sonstiges

DIE WICHTIGSTEN KENNZAHLEN

VERÄNDERUNG

(In Mio. USD, falls nicht anders angegeben)

Q1 2020

Q1 2019

USD


Auftragseingang

(244)

(183)

+61


Umsatz

(200)

(184)

+16


Ergebnis der Geschäftstätigkeit

(173)

(230)

(57)


Operatives EBITA1

(115)

(174)

(59)


  • Das operative EBITA von Konzernaufwand & Sonstiges verbesserte sich auf -115 Millionen US-Dollar. Gründe hierfür waren geringere Stranded Costs und Kosten im Nichtkerngeschäft sowie geringere laufende Corporate-Kosten gegenüber dem Vorjahresquartal. Nachteilig wirkten sich dagegen das Ausbleiben von Gewinnen aus, von denen das Ergebnis im ersten Quartal 2019 profitiert hatte.
  • Im ersten Quartal 2020 wurden Stranded Costs in Höhe von 21 Millionen US-Dollar erfasst. Dadurch wurde das operative EBITA um 30 Basispunkte gemindert.

Der Auftragseingang und Umsatz von Konzernaufwand & Sonstiges umfasst hauptsächlich Eliminierungen zwischen den Segmenten.

Reaktion auf COVID-19

Das oberste Ziel von ABB ist es, die Gesundheit und Sicherheit ihrer Mitarbeitenden zu schützen und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Geschäftstätigkeit weiter fortgeführt werden kann. ABB beobachtet die aktuellen Entwicklungen genau und ergreift alle notwendigen Massnahmen im Einklang mit den Leitlinien lokaler Regierungen und der WHO. Während der COVID-19-Pandemie arbeitet ABB kontinuierlich mit Kunden und Partnern zusammen, um Waren und Services weiterhin bereitzustellen. In diesem Zusammenhang setzt ABB so viel wie möglich auf den Einsatz von Fernwartungs-Tools und digitalen ABB Ability™-Lösungen, einschliesslich kostenloser Remote-Services. Die Mehrzahl der Produktionsstätten von ABB bleiben derzeit vollständig oder teilweise in Betrieb. In einigen Ländern kommt es an Produktions- und Servicestandorten jedoch zu Unterbrechungen. Sofern möglich, passt ABB den Einsatz von Ressourcen an die erwartete geringere Nachfrage an und reduziert nicht dringend erforderliche Ausgaben.

Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung von ABB verzichten für die Dauer der Krise freiwillig auf 10 Prozent ihrer Verwaltungsratsbezüge und ihres Salärs. Darüber hinaus wird ABB 1 Million CHF für COVID-19-Massnahmen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) zur Verfügung stellen.

Das Unternehmen und seine Mitarbeitenden helfen auch in den Gemeinden. So werden Ressourcen von ABB genutzt zur Lieferung von Schutzausrüstungen an Krankenhäuser und an Menschen, die an vorderster Front in besonders betroffenen Ländern wie China und Italien tätig sind. Weitere Beispiele für dieses Engagement sind Ausrüstungs- und Geldspenden.

Fortschritte bei der Transformation

In Vorbereitung auf den Verkauf wird die Stromnetzsparte als voll betriebsfähige eigenständige Einheit geführt. Ein Grossteil der jährlichen Stranded Costs von rund 290 Millionen US-Dollar, die aus der Dekonsolidierung der Stromnetzsparte entstanden sind, ist bereits weggefallen. Verbleibende wertmindernde Effekte (Dissynergien) aus der Ausgliederung will ABB mit dem Vereinfachungsprogramm ABB-OS beheben. Der Verkauf soll wie geplant am Ende des zweiten Quartals abgeschlossen werden. ABB hält an ihrer Absicht fest, mit den Nettobarerlösen der Transaktion Aktien zurückzukaufen. Dieses Aktienrückkaufprogramm soll auf effiziente und verantwortungsvolle Weise unter Berücksichtigung der vorherrschenden Umstände durchgeführt werden.

Die Dezentralisierung und Optimierung des ABB-Betriebsmodells durch ABB-OS schreiten voran. Das versetzt die Geschäftsbereiche in die Lage, schnell auf aktuelle Entwicklungen rund um COVID-19 zu reagieren und gleichzeitig die geplanten Kosteneinsparungen für den Konzern zu erzielen.

Am 29. Februar 2020 schloss der Geschäftsbereich Elektrifizierung den Verkauf des Solarwechselrichtergeschäfts an FIMER SpA ab. Am 17. März 2020 hat der Bereich zudem den Erwerb eines Mehrheitsanteil an Chargedot Shanghai New Energy Technology Co., Ltd abgeschlossen. Mit dem Kauf festigt ABB ihre Beziehungen zu führenden Herstellern von Elektrofahrzeugen in China und erweitert ihr Portfolio um speziell für lokale Anforderungen entwickelte Hardware und Software. Darüber hinaus übernahm der Geschäftsbereich Elektrifizierung am 3. März 2020 das Unternehmen Cylon Controls Ltd und baute damit sein Smart-Buildings-Portfolios im Segment der Zweckbauten aus.

Kurzfristiger Ausblick

Die Weltwirtschaft dürfte 2020 schrumpfen, nachdem sich der Ausblick infolge der COVID-19-Pandemie rasant verschlechtert hat. Trotz beispielloser Stimulusmassnahmen durch Regierungen und Zentralbanken in allen Teilen der Welt und erster Anzeichen einer Erholung der Wirtschaft in China deuten Makroindikatoren auf eine globale Rezession von ungewisser Dauer hin. Viele Länder, darunter die USA, sind weiterhin mit Einschränkungen konfrontiert, die langfristige Folgen für die Wirtschaft haben dürften.

Die Auswirkungen von COVID-19 und der Einbruch der Ölpreise belasten den kurzfristigen Ausblick auf Absatzmärkten wie der Öl- und Gasindustrie, der konventionellen Stromerzeugung und der Automobil- und Schifffahrtsindustrie erheblich. Einige Absatzmärkte wie Energieverteilerunternehmen, Rechenzentren, Logistik und Bahn zeigen sich dagegen bisher relativ widerstandsfähig.

ABB gibt derzeit keine Prognosen für das Gesamtjahr 2020 ab. Das Unternehmen geht jedoch davon aus, dass das Ergebnis im zweiten Quartal erheblich beeinträchtigt wird. Auftragseingang und Umsatz dürften gegenüber dem Vorquartal in allen Geschäftsbereichen deutlich sinken. Für den Geschäftsbereich Robotik & Fertigungsautomation wird ein Rückgang um mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Wenngleich ABB umgehend Massnahmen ergriffen hat, um ihr operatives Geschäft und Kostenbasis zur Sicherung der Profitabilität anzupassen, geht das Unternehmen davon aus, dass Volumenverluste die Margen weiter drücken werden. Trotz kurzfristiger Beeinträchtigungen vertraut das Unternehmen auf die Robustheit seiner Geschäftsbereiche und seines Betriebsmodells. Das Unternehmen verfügt über eine starke Bilanz und ist zuversichtlich, seinen Liquiditätsbedarf gut decken zu können.

Weitere Informationen

Die Pressemitteilung und die Präsentationsfolien zu den Ergebnissen des ersten Quartals 2020 sind im ABB-Medienzentrum unter www.abb.com/news und auf der Investor Relations Homepage unter www.abb.com/investorrelations verfügbar. Die Telefonkonferenz und der Webcast für Analysten und Investoren beginnen heute um 10:00 Uhr MESZ (9:00 Uhr BST). Um sich zur Telefonkonferenz anzumelden oder am Webcast teilzunehmen, besuchen Sie bitte die Website von ABB: www.abb.com/investorrelations. Eine Aufzeichnung ist nach der Veranstaltung auf der Website von ABB verfügbar.

ABB (ABBN: SIX Swiss Ex) ist ein Technologieführer bei der digitalen Transformation von Industrien. Aufbauend auf einer über 130-jährigen, durch Innovationen geprägten Geschichte, hat ABB vier kundenorientierte, weltweit führende Geschäftsbereiche: Elektrifizierung, Industrieautomation, Antriebstechnik und Robotik & Fertigungsautomation, die durch die Digitalplattform ABB Ability™ unterstützt werden. Das Stromnetzgeschäft von ABB wird 2020 an Hitachi verkauft. ABB ist in mehr als 100 Ländern tätig und beschäftigt etwa 144 000 Mitarbeitende.

Daten

Erste Einschätzungen des CEO (Webcast)

10. Juni 2020

Ergebnis des 2. Quartals 2020

22. Juli 2020

Vorbehalte gegenüber Zukunftsaussagen

Die Pressemitteilung enthält Zukunftsaussagen sowie weitere Aussagen betreffend den Ausblick für unsere Geschäftstätigkeit, einschliesslich der Aussagen in den Abschnitten „Reaktion auf COVID-19“, „Fortschritte bei der Transformation“ und „Kurzfristiger Ausblick“. Diese Aussagen beruhen auf gegenwärtigen Erwartungen, Einschätzungen und Voraussagen über Faktoren, die unsere künftige Performance beeinflussen können, darunter auch über die globale Konjunkturlage sowie über die wirtschaftlichen Bedingungen in Regionen und Branchen, die für ABB die Hauptabsatzmärkte darstellen. Diese Erwartungen, Einschätzungen und Voraussagen werden im Allgemeinen mit Begriffen wie „rechnen mit“, „erwarten“ „glauben“, „schätzen“, „planen“, „anstreben“ oder Ähnlichem als solche bezeichnet. Es gibt jedoch viele Risiken und Unwägbarkeiten, wovon viele ausserhalb unseres Einflussbereichs liegen, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Zukunftsaussagen und sonstigen Aussagen in dieser Pressemitteilung abweichen und welche unsere Fähigkeit, einzelne oder alle der bekannt gegebenen Ziele zu erreichen, beeinträchtigen könnten. Zu den wichtigen Faktoren, die zu solchen Abweichungen führen könnten, zählen unter anderem Geschäftsrisiken im Zusammenhang mit dem volatilen globalen Wirtschaftsumfeld und den politischen Rahmenbedingungen, Kosten aus Compliance-Aktivitäten, die Marktakzeptanz neuer Produkte und Dienstleistungen, Änderungen staatlicher Bestimmungen und Wechselkursschwankungen sowie weitere Faktoren, die von Zeit zu Zeit in der Korrespondenz von ABB mit der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC), unter anderem im ABB-Geschäftsbericht auf Formular 20-F, erwähnt werden können. Obwohl ABB Ltd glaubt, dass die in solchen Zukunftsaussagen enthaltenen Erwartungen auf angemessenen Annahmen beruhen, kann das Unternehmen keine Garantien abgeben, dass sie auch tatsächlich eintreffen werden.

Zürich, 28. April 2020

Björn Rosengren, CEO

Hinweis: Dies ist eine Übersetzung der englischsprachigen Pressemitteilung von ABB vom 28.04.2020, die Sie unter www.abb.com abrufen können. Im Falle von Unstimmigkeiten gilt die englische Originalversion.


Ansprechpartner für weitere Informationen:

Media Relations
Telefon: +41 43 317 71 11
E-Mail: media.relations@ch.abb.com

Investor Relations
Telefon: +41 43 317 71 11
E-Mail: investor.relations@ch.abb.com

ABB Ltd
Affolternstrasse 44
8050 Zürich
Schweiz

Endnotes

  1. Für eine Überleitung von Nicht-GAAP-Kennzahlen siehe den Abschnitt „Supplemental Reconciliations and Definitions“ in der beigefügten „Q1 2020 Financial Information“.
  2. Das Wachstum des Gewinns je Aktie wird mit ungerundeten Zahlen berechnet. Das Wachstum des operativen Gewinns je Aktie auf vergleichbarer Basis ist währungsbereinigt (Wechselkurse von 2019, nicht portfoliobereinigt).
  3. Währungsbereinigt (nicht portfoliobereinigt).
  4. Der Betrag stellt die Summe der fortgeführten und nichtfortgeführten Aktivitäten dar.

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