Drei Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz bei der Lebensmittel- und Getränkeherstellung

Drei Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz bei der Lebensmittel- und Getränkeherstellung

Mit der wachsenden Weltbevölkerung steigt auch die Notwendigkeit, genügend Lebensmittel zu produzieren. Jede Stufe der Nahrungsmittel- und Getränkeproduktion verschlingt immense Energiemengen – vom Anbau der Rohstoffe auf den landwirtschaftlichen Betrieben und Anbauflächen über deren industrielle Verarbeitung bis hin zur Lagerung und zum Transport der Endprodukte in die Kühlregale.

Da sich in dieser Branche durch eine Verbesserung der Energieeffizienz beachtliche Einsparungen bei Stromverbrauch und sonstigen Kosten erzielen lassen, ist es von größter Bedeutung, die Bereiche zu identifizieren, die das größte Verbesserungspotenzial bieten.

1. Anlagenspezifische Bewertung des Energieverbrauchs

Um Energie zu sparen, müssen Unternehmen sich zunächst einen Überblick über die Energieeffizienz ihrer Anlagen verschaffen. In großen Fabriken, in denen ständig Tausende von Motoren und Frequenzumrichter in Betrieb sind, gestaltet es sich allerdings schwierig, entsprechendes Einsparpotenzial zu ermitteln. Hier helfen Energieanalysen wie beispielsweise die von ABB Motion Services angebotenen Energiegutachten. Mit ihrer Hilfe lässt sich unter anderem feststellen, wie viel Energie in einzelnen Bereichen eines Betriebs und sogar durch einzelne Komponenten einer Anlage verbraucht wird.

Nachdem ein Energieeffizienzexperte eine gründliche Bewertung eines Prozesses vorgenommen hat, schlägt er die effektivsten Möglichkeiten zur Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen – und damit zur Kostensenkung – vor. Eine derartige Analyse bietet einen weiteren Vorteil: Sie trägt dazu bei, die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit einer Anlage zu verbessern.

2. Einsatz von drehzahlgeregelten Antrieben und energieeffizienten Motoren zur Steuerung von Prozessen im Teillastbetrieb

Geräte wie etwa Lüftungen, Pumpen und Förderbänder zählen in Betriebsstätten häufig zu den Anlagen mit der niedrigsten Energieeffizienz. Das liegt daran, dass sie häufig unter Volllast laufen, obwohl nur Teillastbetrieb erforderlich wäre, wodurch auch der Energieverbrauch sinken würde. Dies ist beispielsweise bei einer Pumpe der Fall, deren Durchflussmenge durch mechanische Ventile gesteuert wird. Im ständigen Vollastbetrieb verbraucht sie tatsächlich mehr Energie, da der Motor eine stärkere Leistung als erforderlich erbringt.

Drehzahlgeregelte Antriebe (VSD) steuern hingegen das Drehmoment und die Drehzahl eines elektrischen Motors, indem sie dessen Leistung je nach Belastungsanforderung reduzieren oder erhöhen. Sie steigern auf diese Weise die Effizienz der Anlage. Außerdem macht ihr Einsatz den Einbau überdimensionierter Motoren überflüssig. Durch den zusätzlichen Einbau von VSD lässt sich der Energieverbrauch von Lüftungen, Pumpen oder Kompressoren um 25 Prozent verringern.

3. Lebensmittelverschwendung vermeiden

Weltweit gehen jährlich rund 14 Prozent der produzierten Lebensmittel verloren, bevor sie den Einzelhandel erreichen. Allein in der EU belaufen sich Verluste und Verschwendung auf 20 Prozent der gesamten Lebensmittelproduktion. Natürlich fallen in diesem Zusammenhang auch beachtliche CO2-Emissionen an, nicht zu vergessen die ineffiziente Energienutzung. Für die Vergeudung von Lebensmitteln gibt es zahlreiche Ursachen, wobei ineffiziente Produktionsverfahren sowie unangemessene Lagerung und unsachgemäßer Transport maßgeblich dazu beitragen.

Durch den Einsatz von VSD lässt sich die Effizienz in der Lebensmittelproduktion, sowohl mit Blick auf die Energiebilanz als auch auf die Lebensmittelverschwendung, hingegen steigern. VSD gewährleisten beim Mischen von Produkten passende Drehgeschwindigkeiten für eine optimale Produktqualität, womit sie einen wichtigen Beitrag zur Senkung des Energieverbrauchs und zur Verbesserung der Nachhaltigkeit leisten. Letzteres gilt auch für Sicherstellung einer stabilen Kühlkette, die beispielsweise für die Frischhaltung von Lebensmitteln erforderlich ist.

Auf die Lebensmittelproduktion entfallen rund 30 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs. Es gibt jedoch Lösungen, mit deren Hilfe beispielsweise Bewässerungsmethoden, Mahlvorgänge und Kühlprozesse optimiert werden können und sich deren Energieeffizienz steigern lässt – ein weiterer Beitrag zur Ernährungssicherung der ständig wachsenden Weltbevölkerung. Interview mit Brith Isaksson, ABB Global Segment Manager, Food & Beverage.

Links

Contact us

Downloads

Share this article

Facebook LinkedIn X WhatsApp