ABB setzt heute statt einer zentralen speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) mehrere Steuerungen ein, die in Echtzeit mit vielen Maschinen kommunizieren können. Jetzt kann jede Maschinensteuerung große Mengen von Prozess- und Sicherheitsdaten mit mehreren zentralen Steuerungssystemen gleichzeitig austauschen, und zwar realtime.
ABB bringt neue Sicherheits-CPU-Module auf den Markt, die als Sicherheitssteuerung und auch als Sicherheitsgerät fungieren können. In Verbindung mit der speicherprogrammierbaren Steuerung AC500/AC500-S von ABB können die Module Prozess- und Sicherheitsdaten nicht nur von einer Steuerung zu mehreren Geräten übertragen, sondern auch von einem Gerät zu mehreren Steuerungen. Hierbei kommt die PROFINET/PROFIsafe-Funktionalität Shared Device zum Einsatz.
Hybride, miteinander vernetzte SPS-Steuerungssysteme können jetzt die traditionelle zentrale oder dezentrale Steuerung erweitern. So kann jede geregelte Maschine umfangreiche Prozess- und Sicherheitsdaten in Echtzeit an mehrere zentrale Steuerungssysteme gleichzeitig übermitteln.
Diese Lösung ersetzt Gateways, die teuer sind, wertvollen Platz im Schaltschrank beanspruchen und aufgrund der Beschränkung auf nur 12 Bytes von Sicherheitsdaten pro Gateway keine Realtime-Kommunikation von umfangreichen Sicherheitsdaten erlauben. Mit der neuen Lösung können bis zu vier SPS-Controllersystemen maximal 1440 Bytes von Prozessdaten zugeordnet werden, darunter höchstens 384 Bytes von Daten zur funktionalen Sicherheit. Dies ermöglicht schnellere Reaktionen und optimiert so die Produktion und die vorausschauende Wartung, was wiederum die Stillstandszeiten reduziert.
Der flexible und modulare Ansatz von ABB erlaubt die Aufteilung eines komplexen Systems in verschiedene Aufgaben, beispielsweise zentrale Steuerungen für die Produktion und die Lagerhaltung oder automatische Steuerung und manuelle Bedienpulte. Die Daten können in Echtzeit von den Maschinen an verschiedene zentrale SPS-Steuerungen übermittelt werden.
Die Lösung von ABB nutzt zudem Kommunikationsmodule als Add-ons für den Austausch von Prozess- und Sicherheitsdaten. So können bestehende Systeme über eine Erweiterung für die Steuerung und/oder das Gerät flexibel modifiziert werden. Bei einer verteilten Steuerung, bei der Daten von einem System zu einem anderen fließen, ist die Steuerungslogik über die Anlage verteilt. Das erhöht die Gesamtleistung des Systems. Der neue Steuerungsansatz macht es möglich, diese Systeme derart zu optimieren, dass alle benötigten Steuerungs- und Sicherheitsdaten zu einem gegebenen Zeitpunkt zur Verfügung stehen.
Die neuen SPS-Module richten sich an Systemintegratoren, die komplexe Anlagen bauen und flexible Steuerungssysteme in unterschiedlichsten industriellen Anwendungen brauchen. Ein typisches Einsatzfeld ist die Fernsteuerung von Maschinen und Geräten in Häfen, Flughäfen, Distributionszentren und Produktionsstätten. In diesen Bereichen werden Steuerungssysteme oft modifiziert oder aktualisiert, um Produktionsänderungen oder Anlagenerweiterungen zu ermöglichen. Während der Modernisierungs- oder Wartungsmaßnahmen ist die Verfügbarkeit der zentralen Steuerungssysteme von großer Bedeutung. Dabei kann es sich um manuell ausgelegte Standorte mit Fernzugriff für unvorhergesehene Ereignisse handeln.
Jetzt kann jede Maschine die Prozess- und Sicherheitsdaten in Echtzeit nicht nur gleichzeitig an mehrere zentrale Leitstellen übermitteln, sondern auch an spezielle Steuerungssysteme. Zustandsüberwachungsanlagen können nun zum Beispiel mit einer Sicherheitsfunktion ausgestattet sein, die den Zustand der Bremsen eines fahrerlosen Transportfahrzeugs analysiert.
Die modulare Architektur ermöglicht die Erweiterung bestehender Steuerungssysteme um Communication Controller und Gerätefunktionalität. Darüber hinaus können Kommunikationsschnittstellen der Standardsteuerungen von der Sicherheitssteuerung wiederverwendet werden. Dies vereinfacht das Design der Sicherheitssteuerung, da die Verarbeitung der Sicherheits- und der Standardsteuerungslogik im Steuerungssystem getrennt wird. Mit diesem Ansatz können Benutzer bestehende Steuerungs-/Gerätetopologien einfach erweitern und ändern, indem sie mit Hilfe von Kommunikationsmodulen den Austausch von Sicherheits- und/oder Prozessdaten zwischen verschiedenen Steuerungssystemen realisieren.
„Die sichere Fernsteuerung von Maschinen ist mittlerweile schon recht weit verbreitet“, sagt Yauheni Veryha, ABB-Produktmanager für die Sicherheits-SPS AC500-S. „Heute erfolgt die Echtzeit-Maschinensteuerung typischerweise durch die Kommunikation mit nur einer oder zwei Steuerungen. Künftig wird die Kommunikation mit mindestens vier und später mit acht oder sogar mehr Steuerungssystemen notwendig sein.“
„Während die Zusammenarbeit verstärkt in den Mittelpunkt rückt, muss die nächste Generation automatisierter Industrieumgebungen effizient, produktiv, skalierbar und sicher sein. Diese Lösung trägt wesentlich dazu bei, die Zusammenarbeit zwischen Maschinen, Robotern und Menschen durch eine flexible, sichere und verlässliche Kommunikation zu verbessern.“ Weitere Informationen über SPS finden Sie unter www.abb.com/plc.

Über ABB
ABB (ABBN: SIX Swiss Ex) ist ein global führendes Technologieunternehmen in den Bereichen Elektrifizierungsprodukte, Robotik und Antriebe, industrielle Automation und Stromnetze mit Kunden in der Energieversorgung, der Industrie und im Transport- und Infrastruktursektor. Aufbauend auf einer über 130-jährigen Tradition der Innovation gestaltet ABB heute die Zukunft der industriellen Digitalisierung mit zwei klaren Leistungsversprechen: Strom von jedem Kraftwerk zu jedem Verbrauchspunkt zu bringen sowie Industrien vom Rohstoff bis zum Endprodukt zu automatisieren. Um zu einer nachhaltigen Zukunft beizutragen, verschiebt ABB als namensgebender Partner der FIA Formel E Rennsportserie die Grenzen der Elektromobilität. Das Unternehmen ist in mehr als 100 Ländern tätig und beschäftigt etwa 135.000 Mitarbeiter. ABB in Deutschland erzielte im Jahr 2017 einen Umsatz von 3,26 Milliarden Euro und beschäftigt 10.550 Mitarbeiter. www.abb.de