Digitaler Service 4.0

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Remote, safe, in time - Upgrade mit Augmented Reality (AR)

ABB meisterte mehrere Herausforderungen bei dem Upgrade des Prozessleitsystems 800xA in einem der größten Uniper Kraftwerke europaweit, Power Plant 3 in Maasvlakte (Rotterdam, NL).

Das Kraftwerk liegt in einem großen Industrie- und Hafengebiet, das als künstliche Halbinsel für die Erweiterung des Hafens von Rotterdam errichtet wurde. Der MPP3 verfügt über eine Nettoleistung von insgesamt 1.070 MW und gehört zum sogenannten Uniper Energy Hub, der in Zukunft die Energieversorgung in den Niederlanden gestalten soll. MPP3 versorgt ungefähr das Äquivalent von 5 % des gesamten niederländischen Strombedarfs.

  • Hafen Rotterdam
  • Maasvlakte Power Plant 3

Die Abwicklung anspruchsvoller Projekte im Service wurde mit COVID-19 auf ein höheres Level gehoben. Home-Office statt Büro, Remote-Zugang, statt vor Ort am System zu arbeiten, Besprechungen via Videokonferenzen. Das sind nur einige der Herausforderungen, die es zu strukturieren und bewältigen gab. Insbesondere die technische Zusammenarbeit und die Kommunikation mit dem Projektteam und Ansprechpartner auf der Anlage in Maasvlakte haben sich verändert. Neue Wege mussten gefunden werden.

„Auf der einen Seite haben wir gemerkt, dass wir viel aus der Ferne organisieren und strukturieren können. Auf der anderen Seite haben wir jedoch auch sehr deutlich gespürt, wie wertvoll der persönliche Kontakt mit dem Kunden auf der Anlage ist. Egal, ob es Gespräche am Kaffeeautomaten sind oder man anschließend schnell gemeinsam die eben diskutierte Lösung an den Geräten vor Ort testet.“, so Jörg Rottmann – Head of Service Export Minden.

Planung, Installation und Engineering des neuen Systems 800xA liefen in einer Zeit von 4 Monaten teilweise aus der virtuellen Umgebung des Prüffelds Minden. Gemeinsam haben die Experten das gesamte System 800xA mit mehr als 30 virtuellen Servern, 12 Engineering Clients und 10 Operator Clients auf die nächste Version aktualisiert.

“Thanks for the good care and effort to let all this technology work together to make a successful FAT (Factory Acceptance Test). Completely different from a “in person” FAT, but as proven, it is effective. “, so Timothy Kleijn, Uniper Projektmanager des 800xA Upgrade.

Das Upgrade des eingesetzten Systems 800xA umfasst:

  • Bedien- und Beobachtungssystem
  • Kesselschutz-Engineering
  • Symphony Plus Historian- und Informationssystem
  • Optimierung von BoilerMax und BoilerLife
  • Upgrade der Prozessgüteüberwachung
  • Konvertierung und Optimierung von mehr als 1.000 Grafikbildern
  • Inbetriebnahme in vier Wochen

Mission impossible

Auch die Durchführung des geplanten FAT war durch die COVID-19 Reiserestriktionen gefährdet. Nur ein remote durchgeführter Test konnte eine Terminverschiebung, die zu einer Projektverzögerung führen würde, verhindern.

Durch Einsatz einer Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) Brille zeigte sich in diesem Praxisprojekt der wertschöpfende Einsatz dieser Technologie. Der Blick durch die VR-Brille ermöglicht es, sich in dem System des Kunden zu bewegen und gemeinsam virtuell auf das System zu schauen. So konnte der FAT von ABB, mittels einer Benutzerschnittstelle als interaktive 3D-Projektion, in der direkten Umgebung der Anlage dargestellt werden.

„So hatten wir zu guter Letzt weitere Meilensteine vor der Brust, der FAT fand remote statt und die Inbetriebnahme konnte auch teilweise aus Minden - und nicht wie üblich auf der Anlage erfolgen.“ ,so ABB Leitender Ingenieur, Eike Schmitt – HSI Expert ABB Minden.
  • Eike Schmitt im Mindener Prüffeld
  • Ansicht des Quad-Monitor Operator Client OC0006 mittels AR-Brille
  • Ansicht des Augmented-Reality-Bild aus Kunden-Sicht
  • Remote Desktop Ansicht des SAS-Bild via Videokonferenz

Virtuelle Inbetriebnahme

In der Zeit der Inbetriebnahme herrschten COVID-19 bedingt erweiterte und strengere Sicherheitsvorgaben zwischen den Niederlanden und Deutschland, sodass einige Testverfahren und gesonderte Dokumentation (COVID-19 Tests, Masken, Sicherheitsprotokolle, etc.) vor Ort in der Anlage notwendig waren. In dieser Zeit zeigte Uniper ein hohes Maß an Verantwortung für die Sicherheit aller Beteiligten durch eine sehr gute Krisenkommunikation bis hin zu erweiterten Sicherheitsschulungen.

Von den ursprünglich geplanten vier Wochen Inbetriebnahme, wurden nur zwei Wochen vor Ort gearbeitet. Die restlichen Arbeiten erfolgten remote aus Minden in enger Abstimmung mit dem Projektteam auf der Anlage.

„Am 2. Juli wurde die Anlage wieder erfolgreich in Betrieb genommen. An diesem Beispiel hat sich gezeigt, dass das Erreichen der Projektziele auch unter außergewöhnlichen Rahmenbedingungen möglich ist. Uniper lobte die schnelle und qualitativ hochwertige Arbeit von ABB.“, sagte Silvia Torrico Muñoz, Sales & Project Manager Export Minden.

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