Wie A2L-Kältemittel den Weg zur Nachhaltigkeit ebnen

Da weltweit das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und die Reduzierung des CO²-Fußabdrucks zunimmt, steht die HLK-Branche (Heizung, Lüftung und Klimatisierung) unter zunehmendem Druck, umweltfreundlichere Technologien einzusetzen.

HLK-Anlagen machen derzeit rund 7% des weltweiten Stromverbrauchs aus und tragen zu über 3% der weltweiten CO²-Emissionen bei – damit sind sie ein wichtiges Ziel im Kampf gegen den Klimawandel. Neben dem Stromverbrauch können auch die Kältemittel selbst den Klimawandel vorantreiben, da sie zum Treibhauseffekt beitragen. Aus diesem Grund rückt das Treibhauspotenzial von Kältemitteln bei der Auswahl von Kältemitteln zunehmend in den Fokus und neue Vorschriften drängen zunehmend auf die Einführung von Kältemitteln mit niedrigem Treibhauspotenzial.

 

Der Übergang zu Kältemitteln mit niedrigen Treibhauspotenzial-Werten geht oft mit der Umstellung von alten synthetischen Kältemitteln (wie HFKW) auf natürliche oder synthetische HFO-Kältemittel einher. In diesem Zusammenhang spielen Kältemittel der Klasse A2L eine wichtige Rolle. Sie sind als leicht entflammbar eingestuft und weisen oft deutlich niedrigere GWP-Werte auf. Neben der Verbesserung der Energieeffizienz und der Reduzierung der CO2-Emissionen unterstützen A2L-Kältemittel die Entwicklung nachhaltigerer Heiz- und Kühllösungen.


Picture of a rooftop HVAC at sunset with electricity consumption icon
HLK verbraucht 7% des weltweiten Stroms

Der HLK-Sektor ist für etwa 7% des weltweiten Stromverbrauchs verantwortlich, was über 3% der gesamten CO2-Emissionen entspricht.

Aviation routes in the sky and consumption
3 Mal mehr im Vergleich zur Luftfahrt

Allein in den Vereinigten Staaten verursachen Klimaanlagen dreimal mehr CO2-Emissionen als der gesamte Luft- und Schiffsverkehr zusammen.

Maintanance technician on HVAC
60% der veralteten HLK-Anlagen

Rund 60% der HLK-Anlagen weltweit sind veraltet und ineffizient. Der Austausch auch nur einer einzigen Komponente in diesen Systemen kann zu einer Reduzierung der CO2-Emissionen um bis zu 50% führen.

Was sind A2L-Kältemittel?

Als leicht entflammbar eingestufte Kältemittel (Klasse A2L) haben oft ein geringeres Treibhauspotenzial (GWP) als synthetische Kältemittel.
A2L-Kältemittel werden zunehmend in HLK-Anlagen, Kühlaggregaten und anderen Kühlanwendungen eingesetzt, da die Hersteller bestrebt sind, Umweltvorschriften einzuhalten und ihren CO2-Fußabdruck zu verringern.

HVAC refrigerant flammability
Wichtige Eigenschaften von A2L-Kältemitteln:

Leicht entflammbar: Kältemittel der Klasse A2L zeichnen sich durch eine niedrige Entflammbarkeitsgrenze und eine geringe Verbrennungswärme bei niedriger Brenngeschwindigkeit aus, wodurch sie für den Einsatz in verschiedenen Anwendungen sicherer sind.
Geringeres Treibhauspotenzial: A2L-Kältemittel haben oft ein geringeres Treibhauspotenzial als nicht brennbare (A1) Kältemittel und tragen deutlich weniger zur globalen Erwärmung bei.
Beispielsweise hat R-32, ein gängiges A2L-Kältemittel, ein Treibhauspotenzial von 675, während R-404A, ein gängiges A1-Kältemittel, ein Treibhauspotenzial von 3920 hat.

HVAC refrigerant sustainability
Gängige A2L-Kältemittel:

R-32: R-32 wird häufig in Klimaanlagen für Wohn- und Gewerbe-
gebäude eingesetzt und ist für seine Effizienz und geringere Umweltbelastung bekannt.

R-1234yf: R-1234yf wird häufig in Klimaanlagen für Kraftfahrzeuge verwendet und ist ein weiteres A2L-Kältemittel mit niedrigem GWP-Wert.

R-454B (GWP): Häufiger Ersatz für das synthetische Kältemittel R410A in Klimaanlagen und Wärmepumpen.

R-455A (GWP 148): Häufiger Ersatz für R-404A in Kühlsystemen.

R-454C (GWP 146): Häufiger Ersatz für R-404A und R-22 in Anwendungen mit niedrigen und mittleren Temperaturen.

Entflammbarkeit von A2L-Kältemitteln

 

Seit der Erfindung des Dampfkompressionszyklus im Jahr 1834 hat sich die HLK-Branche zwischen den 1930er und 1990er Jahren von der Verwendung natürlicher Kältemittel zu
synthetischen Kältemitteln wie FCKW und HFKW entwickelt. Heute schließt sich der Kreis und die Branche kehrt zu natürlichen Kältemitteln und modernen HFO-Gemischen wie A2L zurück, die Nachhaltigkeit, Sicherheit und Leistung vereinen.

Der Übergang zu A2L-Kältemitteln wird in erster Linie durch strenge Vorschriften zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen vorangetrieben. Bis 2027 wird die Verwendung von Kältemitteln mit einem Treibhauspotenzial (GWP) über 150 in verschiedenen Anwendungs-
bereichen eingeschränkt werden.
Diese regulatorischen Rahmenbedingungen veranlassen Unternehmen dazu, ihre HLK-Anlagen an diese neuen Standards anzupassen, um sowohl ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt als auch ihrer betrieblichen Effizienz gerecht zu werden.

Einer der wichtigsten Vorteile von A2L-Kältemitteln ist ihre geringere Auswirkung auf die globale Erwärmung. Beispielsweise haben Kältemittel wie R-32 einen GWP-Wert von 675, der deutlich unter dem von herkömmlichen Kältemitteln wie R-410A liegt, dessen GWP-Wert bei etwa 2.088 liegt. Diese Verringerung des GWP-Werts bedeutet, dass durch den Einsatz von A2L-Kältemitteln die Gesamt-CO2-Bilanz von HLK-Anlagen erheblich gesenkt werden kann, was im Einklang mit den globalen Nachhaltigkeitszielen steht.

Trotz ihrer Umweltvorteile stellen A2L-Kältemittel jedoch aufgrund ihrer Entflammbarkeit eine Herausforderung dar. Sie gelten zwar als sicherer als A3-Kältemittel (A2L-Kältemittel haben eine niedrigere Entflammbarkeitsgrenze (LFL) und eine geringere Verbrennungswärme als A3-Kältemittel), dennoch müssen bei der Konstruktion von Kältemaschinen, die A2L-Kältemittel verwenden, bestimmte sicherheitsrelevante Vorschriften berücksichtigt werden. Weitere Informationen finden Sie in den entsprechenden Abschnitten der Norm IEC 60335.

 

Lucas Schidel ABB Expert
Lucas Schichel, Globaler Produktmanager bei ABB

Der Übergang zu A2L-Kältemitteln ist zwar für die Erfüllung der gesetzlichen
Anforderungen unerlässlich, doch ebenso wichtig ist es, die mit ihrer Verwendung verbundenen Entflammbarkeitsrisiken zu berücksichtigen.

Wie ABB den Übergang zu A2L-Kältemitteln unterstützt

ABB hat eine Vielzahl von Produkten entwickelt, die für die Verwendung mit A2L-Kältemitteln zertifiziert sind. Diese Zertifizierungen sind für Hersteller von entscheidender Bedeutung, da sie sich in einem komplexen regulatorischen Umfeld bewegen. Zu den Produkten von ABB gehören Schütze, Überlastrelais und manuelle Motorstarter, die die erforderlichen Sicherheitsstandards für A2L-Anwendungen erfüllen.
Für Softstarter können wir auf Anfrage eine Konformitätserklärung zu den relevanten Klauseln der Norm IEC60335-2-40 ausstellen.
In der folgenden Anwendungsbeschreibung finden Sie eine Liste der von ABB für A2L-Kältemittel zertifizierten Produkte und die entsprechenden Zertifizierungen.
A2L refrigerants main visual

Steuerungsprodukte für den privaten und gewerblichen Gebrauch

Weitere Informationen zur Auswahl der geeigneten Steuerungs-
produkte für Haushalts- und gewerbliche Anwendungen sowie zu den spezifischen Anforderungen an elektrische Komponenten in HLK-Anwendungen bei Verwendung brennbarer Kältemittel finden Sie in unserem Anwendungshinweis.

ABB-zertifizierte Produkte für A2L-Kältemittel

Zusätzliche Informationen

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